„EXPERTENTIPP – Polizei“ heißt meine Kolumne auf der Ratgeberseite der Volksstimme, in der ich alle 14 Tage über aktuelle Fälle aus Sachsen-Anhalt informiere und Tipps zur Kriminalitätsvorbeugung gebe.

Cartoons von Sven Kirchner

 

Trickdiebe auf Supermarktparkplätzen

Geschicklichkeit ist ja eigentlich eine Eigenschaft, die positiv bewertet wird. Wenn jemand aber seine Geschicklichkeit mit krimineller Energie paart, dann ist das in hohem Maße verwerflich.

Genau diese Paarung trifft auf eine Tätergruppe zu, die in letzter Zeit die Parkplätze vor Supermärkten unsicher macht. Ihre Opfer sind meist Frauen, die ihren voll bepackten Einkaufswagen zielstrebig zu ihrem Pkw auf dem Parkplatz steuern. Die Täter, die meist zu zweit oder zu dritt handelnd, beobachten ihr potentielles Opfer genau. Interessant für sie sind Frauen, die das Fahrzeug aufschließen, ihre Handtasche oder das Portemonnaie auf dem Beifahrersitz ablegen und dann die Einkaufstüten im Kofferraum verstauen. Läuft das in genau dieser Reihenfolge ab, lenkt einer der Täter die Frau ab, indem er sie mit Fragen geschickt in ein Gespräch verwickelt. Meist wird nach dem Weg zu einer Tankstelle oder einem anderen Einkaufszentrum gefragt. Während die Befragten damit beschäftigt sind den Weg zu erklären oder auf einer vom Täter bereitgehaltenen Karte zu zeigen,  öffnet der Komplize leise die Fahrzeugtür und verschwindet mit der Handtasche. Manchmal bemerken die Opfer den Verlust der Tasche oder des Portemonnaies aus der Tasche erst, wenn sie zu Hause ankommen. Eine schmerzliche Erfahrung, die neben dem materiellen Schaden, der übrigens nicht von der Versicherung ersetzt wird, auch eine Menge Rennerei mit sich bringt, wenn EC-Karten, Führerschein und Personalausweis weg sind. Behalten Sie ihre Tasche immer bei sich, wenn Sie den Kofferraum beladen. Sollten Sie in solch einer Situation angesprochen werden, ist eine gesunde Portion Misstrauen angebracht.

 

Also; nicht ablenken lassen und wenn sie merken, dass Sie jemand bestehlen will, schlagen Sie Krach und vergessen Sie nicht sofort die Polizei anzurufen, denn Sie können mir glauben: wenn es bei Ihnen nicht geklappt hat, versuchen die Diebe es beim nächsten Opfer

Zur Geheimhaltung verpflichtet

Es klingt schon sehr offiziell, das Schreiben, das unlängst bei Frau Reinhold im Postkasten lag. Versehen mit einer Briefmarke der Deutschen Post aber abgesendet angeblich vom Europäischen Büro der Gewinnregistrierung mit Sitz in Ford Lauderdale in Florida.

Überschrieben mit „Offizielle Gewinnregistrierungsbestätigung“ wird der Empfängerin suggeriert, dass sie 2.199.493,00€ (also über 2 Millionen EURO) gewonnen hat. Versehen mit einem Feld, in dem geheimnisvolle Codes eingetragen sind und einem Aktenzeichen, wie es bei Behörden üblich ist, verkündet der Absender: „Sie sind offiziell zur Geheimhaltung verpflichtet!  Absolut vertraulich!“.

Neben überschwänglichen Glückwünschen zu dem Millionengewinn führt der Briefschreiber die Namen von vier weiteren Personen auf, die ihren Millionengewinn bereits abgerufen haben. Wenn am Schluss dieser Aufzählung die Aufforderung „Sagen Sie es niemandem!“ steht, ist das der Versuch, die „glückliche Gewinnerin“ bei der Stange zu halten. Verwandte oder Bekannte könnten ihr eventuell abraten, den Gewinn anzufordern. Das wäre aber durchaus angebracht, denn auf der Rückseite des Schreibens steht in kleingedruckter Schrift, dass dieses Schreiben keine Gewinnbenachrichtigung ist, sondern nur die Anforderung einer Publikation, die Regeln für die Eintragung in Wettbewerbsregister enthält. Also Dinge, die keiner braucht.

Das Antwortformular ist fertig ausgedruckt am Ende des Schreibens. Es braucht nur ausgeschnitten, unterschrieben und in einen Briefumschlag gesteckt werden. Ach ja, eins hätte ich fast vergessen zu erwähnen: In den Brief sind 20€ „Berichtsfreistellungsgebühr“ zu legen. Aber mal ehrlich, für zwei Millionen Gewinn macht man das doch gern, oder?

Gefahr an der Wohnungstür

„Trickdiebe machen Stadt unsicher“ – titelte vor kurzem die Volksstimme und berichtete über eine ganze Serie von Diebstählen in Magdeburg. Wer mit der Masche an den Haustüren unterwegs ist, zählt zu den reisenden Tätern. So verwundert es nicht, wenn es auch in anderen Regionen des Landes Opfer gibt.

Die Legenden, die diese Trickdiebe verwenden sind unterschiedlich, haben aber immer ein Ziel: Der Bewohner soll veranlasst werden für den fremden Besucher etwas zu holen oder ein Telefonat zu führen. Dabei gelingt es dem Fremden, in die Wohnung zu gehen und hinter sich die Tür nur anzulehnen. Während der Mieter abgelenkt wird, kommt ein Komplize in die Wohnung und stiehlt unbemerkt Wertgegenstände oder Bargeld.

Im Süden Sachsen-Anhalts klingelte ein Unbekannter an der Tür einer Frau und gab vor, im Treppenhaus ein Schlüsselbund gefunden zu haben. Er bat um einen Zettel und Stift, um einen Aushang für das Treppenhaus schreiben zu können. Die Bewohnerin begab sich in die Küche um beides zu holen. Als sie wieder zur halb offenstehenden Wohnungstür kam, war der Fremde verschwunden, mit ihm auch die Geldbörse mit Bargeld und EC-Karte. Beides hatte sie in ihrer Handtasche, die auf der Kommode im Flur abgestellt war. Vom Konto der Frau wurden relativ kurz nach dem Diebstahl in zwei Fällen insgesamt 1.000€ abgehoben.

Auch wenn sie es als unhöflich empfinden sollten: wenn Fremde an der Tür klingeln und Sie bitten etwas heraus zu geben, lassen Sie die Unbekannten vor der geschlossenen Türwarten, ehe Sie einen Zettel oder Papier heraus geben. Sie werden feststellen, dass diese Personen in der Regel nicht mehr da sind, wenn Sie mit den gewünschten Gegenständen kommen. In solchen Fällen rufen Sie bitte sofort die Polizei an und geben Sie die Personenbeschreibung durch. Noch besser ist es, wenn Sie das Gespräch mit dem Fremden bei vorgelegter Türkette führen, bevor Sie die Tür dann wieder schließen um die Sachen zu holen. Diese Vorsicht zeigt dem Täter, dass er bei Ihnen keine Chance hat.

Betrugsmail von Online Pay

Sie landete in meinem Mailbriefkasten, die Nachricht mit dem Betreff „Online Pay GbR automatische Lastschrift konnte nicht durchgeführt werden“. Das ließ mich im ersten Moment etwas grübeln, da ich zuvor mehrere Bestellungen über das Internet abgegeben hatte, war aber bei genauerer Betrachtung kein Grund zur Beunruhigung.

In der Mail wird mitgeteilt, dass bedauerlicherweise meine Überweisung nicht verbucht werden konnte. Erstaunlich ist, dass meine komplette Anschrift und meine Festnetztelefonnummer (die nicht im Telefonbuch steht) aufgeführt sind. Neben einer neunstelligen „Kostenaufstellungsnummer“, unter der ich in der anhängenden Datei einsehen kann um welchen Artikel es sich handelt, vermerkt der Absender, dass wegen des Zahlungsrückstandes 6,20 € zusätzlich zu überweisen sind. Es fehlt auch nicht der Hinweis darauf, dass die Zahlung umgehend zu erfolgen habe, da sonst erhebliche Kosten auf mich zukommen würden. Die Kontonummer steht im Anhang. Dieser wiederum ist eine ZIPP-Datei vor der schon seit einiger Zeit die Verbraucherzentrale warnt. Die Mails von Online Pay sind komplett gefälscht und die Mahnungen und Rechnungen sollen nur bezwecken, dass Sie den Anhang öffnen. Mit dem Herunterladen installiert sich eine Schadsoftware. Ist diese auf Ihrem PC, haben die Absender freien Zugriff auf Ihre Daten, können diese zerstören oder per Identitätsklau auf Ihre Kosten Verträge abschließen oder einkaufen. Falsche Zahlungsaufforderungen erkennen Sie daran, dass sich nur vage auf einen Kauf an irgend einem Datum bezogen wird. Es lässt sich also nicht nachvollziehen worum es geht, ohne den Anhang zu öffnen. In diesen Fällen schauen Sie auf Originalseiten von Kaufportalen, bei denen Sie in letzter Zeit etwas bestellt haben und erkundigen sich dort über eventuelle Forderungen.

Ich habe die Mail in meinen SPAM-Ordner verbannt und dort gelöscht und genau das sollten Sie auch tun.

Vorsicht bei Funk-Kreditkarte

Bezahlen soll immer einfacher werden. Mittlerweile sind Millionen Kredit- und EC-Karten mit einem Chip ausgestattet, der ein kontaktloses Zahlen ermöglicht. Wer diese Karten nutzt, sollte auch über die Risiken informiert sein.

Gekennzeichnet sind die entsprechenden Karten durch ein Symbol, das dem für das Wlan ähnelt. Bei einem Kauf von bis zu 25 € funktioniert das sogar ohne PIN-Eingabe. D.h. die Karte muss sich nur in der Nähe eines für dieses System ausgestatteten Terminals befinden und schon wird der in die Kasse eingegebene Betrag vom Konto abgebucht. Der Haken bei der Sache, wo gefunkt wird, kann mit entsprechendem Gerät auch mitgelesen werden. So gibt es zwischenzeitlich eine App, die man sich auf sein Smartfon laden und damit die Daten der Kartenbesitzer erspähen kann, die sich in unmittelbarer Nähe befinden. Also das Smartfon auf der Rolltreppe einfach mal an die Gesäßtasche des vor mir fahrenden Kunden gehalten und schon habe ich die relevanten Daten. Zwar kann man die PIN und die dreistellige Prüfnummer nicht auslesen aber die vollständige Kreditkartennummer nebst Ablaufdatum. Das reicht, um bei einigen Online-Shops einzukaufen. Bei Verlust ist es dem Finder (oder Dieb) möglich unerkannt mehrere kleine Einkäufe zu machen. Das über Tage, wenn die Sperrung nicht veranlasst wird.

Sie können dem vorbeugen, wenn Sie Ihre Karte in eine spezielle Schutzhülle, die Metallbestandteile hat, stecken. Das wirkt wie ein Faradayscher Käfig und nimmt Fremden die Chance Ihre Karte auszuspähen.

Erpressung per Mail

Dass sich per Mail falsche Polizisten, angebliche Rechtsanwaltskanzleien oder dubiose Inkasso-Unternehmen melden und wegen vermeintlich begangener strafbarer Handlungen oder nicht bezahlter Rechnungen Geld einfordern, gehört seit Jahren zum Alltag im Internet. Der Umstand, dass Täter sich als solche zu Erkennen geben und frech Geld verlangen, ist neu.

In den Nachrichten, die bei so einigen Sachsen-Anhaltern im Mail-Postkasten landeten, verkündet ein anonymer Schreiber, dass er den Computer des Adressaten gehackt und volle Kontrolle über die Daten und die integrierte oder angeschlossene Kamera habe. Über diese Kamera hat er angeblich Szenen aufgezeichnet, die den PC-Nutzer nackt oder sogar beim Onanieren vor dem Bildschirm zeigen. Unabhängig davon, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass sich solche Bilder vor dem heimischen PC abgespielt haben, gibt es erst einmal einen großen Schreck und Entsetzen darüber, was der Fremde androht. Er will diese Videos ins Netz stellen, wenn der Betroffene nicht bereit ist, ihm 500€ in Form von Bitcoins zu zahlen. Bitcoins sind eine digitale Währung, die elektronisch geschaffen und verwahrt wird. Sie unterliegt keiner zentralen oder staatlichen Kontrolle. Über kryptografische Techniken wird der Bezahlvorgang anonymisiert und es ist letztendlich kaum nachzuvollziehen, wo das Geld landet. Das erklärt auch, warum diese Zahlungsmethode von Kriminellen bevorzugt wird. Bei den bisher angezeigten Fällen kam es nie zu einem Geldtransfer. Und so sollte es auch bleiben. Natürlich ist es möglich, dass Hacker sich Zugang zu Ihrem PC verschaffen aber die Wahrscheinlichkeit, dass dies gerade bei Ihnen passiert und dann noch peinliche Situationen aufgezeichnet werden, tendiert gegen Null. Um sicher zu gehen kleben Sie einfach etwas vor die Linse der PC-Kamera.

Rein Rechtlich ist das, was der anonyme Schreiber versucht, eine Erpressung. Lassen Sie sich nicht auf eine Zahlung ein. Sie sollten selber entscheiden, ob Sie den Sachverhalt zur Anzeige bringen. Meine Empfehlung: Die Mail ausdrucken und aufheben. Auf Ihrem PC legen Sie das Schreiben in den Spam-Ordner und löschen es dann. Falls der Erpresser keine Ruhe gibt und weiter versucht, Sie unter Druck zu setzen, erstatten Sie Anzeige.

Trickdiebe in weißen Kitteln

Es tut gut, wenn man in fortgeschrittenem Alter noch in seinem gewohnten Umfeld leben kann. Spielt die Gesundheit nicht mehr so mit, wie man es sich wünscht, hilft ein mobiler Pflegedienst. Dass sich Betrüger dieses Feld für ihre Diebestouren ausgesucht haben, musste eine Bewohnerin einer Kleinstadt in Sachsen-Anhalt erfahren. 

Die pflegebedürftige Frau bekommt jeden Tag Besuch vom mobilen Pflegedienst, deshalb war sie auch nicht misstrauisch, als zwei Frauen, bekleidet mit weißen Kitteln, an Ihrer Wohnungstür klingelten. Zwar war die Uhrzeit ungewöhnlich und die Besucher waren ihr unbekannt aber als diese erklärten, dass Sie vertretungsweise „nach dem Rechten“ schauen wollten, ließ sie die vermeintlichen Pflegekräfte in die Wohnung. Die Wortführerin sprach gebrochen Deutsch und erkundigte sich nach dem Wohlbefinden. Alles wäre nach dem Plan der Unbekannten abgelaufen, wenn nicht unerwartet eine Nachbarin bei der Frau auftauchte. Das war für die Besucherinnen Anlass, fluchtartig die Wohnung zu verlassen. Bei einem Blick aus dem Fenster entdeckte die überraschte Rentnerin noch eine weitere Frau, die vor dem Haus gewartet hatte und gemeinsam mit den beiden „Pflegerinnen“ verschwand.

Wäre alles nach Plan gelaufen, hätten die beiden Trickdiebinnen sich in aller Ruhe im Haus umgesehen und alles mitgehen lassen, was sie unbemerkt ergreifen könnten.

Nutzen Sie einen Pflegedienst und es taucht unangekündigt eine fremde Person auf, die angibt vertretungsweise die Pflege zu übernehmen, dann fragen Sie nach dessen Namen und rufen Sie in der Zentrale des Dienstes an und erkundigen sich, ob der Tausch vorgesehen war. Erst dann sollten Sie die Person in die Wohnung lassen. Sie können bei dem Unbekannten auch Details abfragen, die nur ein Mitarbeiter des echten Dienstes wissen kann.

Nepp mit Messern und Topfsets

Sie sind schon eine ganz besondere Spezies, die Herren, die an der Haustür mit dem Verkauf von Messern und Topfsets ihr Geld machen. Dass man bei solch einem Geschäft auch reingelegt werden kann, musste im vergangenen Monat ein Mann aus dem Raum Gardelegen/Oebisfelde erfahren.

Im konkreten Fall sprach ein gut gekleideter Herr mit holländischem Akzent den Bewohner eines kleinen Ortes an und fragte nach dem Weg. Auf sympathische Art erklärte er, dass er aus Antwerpen komme und für seinen Vater, der dort ein Vertriebsunternehmen habe, Messerkollektionen und Topfsets an Hotelunternehmen liefere. Mit ungebremstem Redefluss gab er viele persönliche Dinge aus seinem Leben preis. Das so aufgebaute Vertrauen zahlte sich für den Vertreter aus. Er öffnete den Kofferraum seines BMW (der mit rotem Überführungskennzeichen versehen war) und zeigte dem Altmärker eine Kollektion von Messern, verstaut in schmucken Koffern und professionell verpackte Topfsets. Beim Öffnen der Verpackung war „zufällig“ ein Zettel zu sehen auf dem stand: „Unverbindlicher Richtpreis 2.500€“. In überschwänglicher Gönnerlaune verkaufte der Händler dem Senior, weil er sich über das freundliche Gespräch mit ihm so freute, 2 Bestecktaschen und ein 12-teiliges Topfset für 360€. Als die Euphorie über das vermeintliche Schnäppchen vorbei war, stellte der Käufer fest, dass die Töpfe schlecht verarbeitet und die Messer aus einfachem Blech sind.

Keine Seltenheit. Für Waren, die oft unter dem Namen von Markenartikeln angeboten, die man aber als Billigprodukte im Internet für einen Bruchteil des Kaufpreises erwerben kann, geben viele Menschen oft vierstellige Summen aus. In ähnlichen Fällen bieten Betrüger Lederjacken, Werkzeuge und Elektroartikel an. Ist das Geschäft erledigt, tauchen sie unter und sind nur schwer zu ermitteln. Die Möglichkeit von dem Haustürgeschäft zurück zu treten, – so wie es gesetzlich geregelt ist – fällt weg, weil der Sitz der Firma nicht bekannt ist.

Ich rate Ihnen dringend von solchen Geschäften ab. Sollte solch ein „sympathischer“ Vertreter bei Ihnen auftauchen, dann informieren Sie über 110 die Polizei und geben sie den Fahrzeugtyp und das Kennzeichen durch. Vielleicht können Sie dadurch andere vor Schaden bewahren.

Betrügerischer Anhalter

„Guten Tag, ich sehe, sie fahren nach Deutschland?“ – war die freundliche Frage, die ein Ehepaar aus Sachsen-Anhalt an einer Tankstelle in Frankreich von einem seriös gekleideten Mittfünfziger gestellt bekam. Dass der höfliche Wortwechsel mit einer bitteren Enttäuschung und dem Verlust von 100€ enden würde, ahnten die Urlauber zu diesem Zeitpunkt nicht.

„ Mein Name ist Gero von Arnsbeck – und ich brauche dringend ihre Hilfe …“ fuhr der Mann fort. Er erklärte, dass ihm sein Mercedes vom Rastplatz gestohlen wurde und mit ihm sein Handy und das Portemonnaie nebst Papieren, Bargeld und der Kreditkarte.  Er bat darum, mit nach Deutschland fahren zu dürfen. Dort finde er leichter eine Möglichkeit, nach Hause zu kommen. Weil man sich im Ausland Landsleuten gegenüber gern hilfsbereit zeigt und erst recht, wenn diese aus Adelskreisen kommen, saß der Herr „von Arnsbeck“ wenige Minuten später im Auto der Urlauber.

 

Unterwegs plauderte er von seinem Gut, übergab eine Visitenkarte, die seinen Adelsstatus bekräftigte und lud das freundliche Ehepaar zu einem Besuch ein. Kein Wunder, dass die Beiden ihm auf seine Bitte hin bedenkenlos 100 € liehen, bevor sie sich an einer deutschen Raststätte von ihm verabschiedeten. Schließlich hatten sie seine Visitenkarte mit Adresse und Telefonnummer. Als aber nach einer Woche immer noch kein Brief mit dem Geld bei ihnen eintrudelte, mussten sie mit Schmerzen feststellen, dass der Adelige genau so unecht war, wie seine Visitenkarte.

 

Die Geschichte sollte Sie jetzt nicht davon abhalten, Fremden zu helfen. Schließlich könnte man selber einmal in einer misslichen Situation stecken und dringend Hilfe benötigen.

Lassen Sie sich in solchen Fällen den Ausweis oder Führerschein zeigen, notieren Sie die Personalien und schreiben Sie einen Schuldschein. Sind keine Papiere zur Legitimation vorhanden, bieten Sie an, dass er mit Ihrem Handy Personen, die helfen können anrufen kann. Sollten Sie sich doch entscheiden Geld an einen Unbekannten zu verleihen, dann bestehen Sie darauf, dass Sie zur Sicherheit ein Foto von der Person machen dürfen. Sie können mir glauben, Betrüger stehen diese Prozedur mit großer Wahrscheinlichkeit nicht durch und Sie müssen Ihrem Geld nicht nachrennen.

Der Gewinn aus Australien

Briefe mit Rechnungen für Leistungen, die man nie in Anspruch genommen hat oder Mahnungen für vermeintlich nicht bezahlte Rechnungen bringen dem Empfänger immer Frust. Ganz anders sieht das aus bei Post, die einen hohen Geldgewinn ankündigt. Doch Vorsicht! Meist steckt hinter der frohen Botschaft eine üble Betrugsmasche.

Vor kurzem bekam eine Seniorin aus dem Norden unseres Landes einen Brief mit einem offiziellen Schreiben der australischen Regierung. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie 5 Millionen Dollar gewonnen habe. Um den Gewinn zu bekommen, müsse sie lediglich ihre Kontodaten übermitteln und eine Bearbeitungsgebühr zahlen.

Von den meisten Empfängern wird solche Post von vornherein als Betrug erkannt. Es gibt aber immer noch Menschen, die auf solche Schreiben reagieren, Geld einzahlen und persönliche Daten preisgeben. Die Hoffnung auf einen außergewöhnlich hohen Geldsegen beeinträchtigt offensichtlich das logische Denkvermögen.

Wenn Sie an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben, dann sollten Sie nicht mit einem Gewinn rechnen. Daran ändert auch eine noch so glaubhaft vorgebrachte Begründung oder die Vortäuschung eines offiziellen Schreibens von einer Rechtsanwaltskanzlei oder gar der australischen Regierung nichts.

Wird für eine Gewinnauszahlung eine Vorauszahlung verlangt und ist diese Zahlung dazu noch auf ein ausländisches Konto fällig, ist das der endgültige Beweis dafür,  dass Betrüger am Werk sind.

Sollte sie trotz aller Warnung die Neigung verspüren dem Briefschreiber zu glauben (die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt …) dann sprechen Sie unbedingt mit guten Freunden, Nachbarn oder Verwandten darüber oder holen Sie sich Rat in der Verbraucherzentrale oder bei der Polizei, bevor Sie Ganoven Ihr schwer verdientes Geld überweisen.

Vorsicht Falschgeld

Eine böse Überraschung gab es vor einigen Tagen für Einzelhändler aus Burg, Niegripp und Stendal. Als sie ihre Tageseinnahmen bei der Bank einzahlen wollten, wurden mehrere falsche 50-EURO-Scheine festgestellt.

Seit der Einführung der neuen Europa-Serie mit verbessertem Falschgeldschutz sind die Falschgeldfälle in Deutschland gesunken. Da aber die alten EURO-Scheine weiterhin gültig sind, bringen Fälscher diese verstärkt in den Umlauf. Der „Spitzenreiter“ unter den falschen Geldscheinen ist der 50-EURO-Schein, gefolgt von dem 20-EURO-Schein.

Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie beim Einkaufen einen falschen Fünfziger als Wechselgeld bekommen, ist relativ gering. Dazu müssten Sie wenigstens mit einem 100-EURO-Schein bezahlen. Als Händler kann Ihnen das schneller passieren. Falschgeldvertreiber wollen ihre Falsifikate (im Volksmund auch „Blüten“ genannt) in möglichst viel echtes Geld verwandeln. Sie kaufen Kleinigkeiten mit großen Geldscheinen. In Stendal bezahlte ein Kunde an einem Obststand mit einem falschen 50er. Der Gemüsehändler bemerkte die Fälschung erst beim Zählen der Tageseinnahmen. Nach Feierabend sah er den Kunden an einer Tankstelle wieder und informierte die Polizei. Die Polizisten fanden bei dem Mann aus Litauen weitere falsche 50-EURO-Scheine.

Bei den neuen Scheinen der Europa-Serie ist das Portraitfenster ein besonderes Sicherheitsmerkmal. Hält man den Schein gegen das Licht, ist es durchsichtig und zeigt das Bildnis der griechischen Mythengestalt Europa. Der aufgedruckte Wert „50“ auf der linken unteren Seite ändert beim Kippen des Scheines seine Farbe von Smaragdgrün in Tiefblau.

Beides sind Merkmale, die schwer zu fälschen sind.

Das Auftauchen der falschen Geldscheine zeigt, dass sich auch ein Blick auf die alten Sicherheitsmerkmale lohnt. Das Prinzip „Fühlen – Sehen – Kippen“ bei dem man unter anderem die griffige Struktur des Geldscheines feststellt, das Wasserzeichen deutlich erkennt und bei Hologrammen und Wertzeichenaufdrucken einen Farbwechsel sieht, hilft Fälschungen zu entlarven.

Einzelhändler sollten elektronische Geräte zur Falschgelderkennung nutzen. Beim Kauf müssen Sie darauf achten, dass diese Geräte auch die Scheine der neuen Europa-Serie erkennen. Den Kunden rate ich, einen Blick auf das Wechselgeld zu werfen. Sind Sie der Meinung es handelt sich um Falschgeld, dann weisen Sie den Verkäufer darauf hin und lassen sich einen anderen Schein geben. Wer Falschgeld in seinem Portemonnaie hat und dies bewusst weiter verbreitet, macht sich strafbar.

Vorsicht bei Lock- und Pinganrufen

Ist Ihnen das auch schon einmal passiert? – Da klingelt das Telefon und ehe Sie den Hörer abheben können, hört das Klingeln auf. Kann ja wichtig sein, denkt man sich und ruft zurück. Nicht selten landet man so in einer Gebührenfalle.

Das Prinzip ist einfach und auch nicht all zu neu. Die Anrufer verwenden häufig eine 0137er oder andere Mehrwertdienstenummer, die u.a. auch von Fernsehsendern zum Voten oder zur Teilnahme an Gewinnspielen genutzt werden. Das Neue ist seit einiger Zeit, dass im Display nicht die tatsächliche Nummer des Anrufers auftaucht, sondern eine völlig andere, häufig mit regionaler Vorwahl. Call-ID-Spoofing heißt diese illegale Verschleierung der tatsächlichen Nummer. Sogar kostenfreie 0800er Nummern werden für diesen Trick verwendet.

Im Gegensatz zu den legalen 0137er Nummern bieten die Anrufer keine Gegenleistung an sondern sind nur auf das Abzocken der Gebühren aus.

Häufig findet man im Display Vorwahlen die ins Ausland führen. Serbien (00381), Tunesien (00225) oder die Seychellen (00216) tauchen immer wieder auf.

Ruft man zurück, hört man oft eine Bandansage und es werden viele Fragen gestellt. In anderen Fällen ist ein kaum verständlicher Text, überlagert mit starkem Rauschen zu hören. Beide Varianten haben nur ein Ziel: Sie dazu zu bringen, das Gespräch so lange wie möglich zu halten. Ihre nächste Telefonrechnung offenbart Ihnen dann, dass Sie Opfer einer Gebührenfalle geworden sind.

Bei offensichtlichen Betrugsversuchen können Sie die Bundesnetzagentur (www.bundesnetzagentur.de) informieren. Von dort werden derartige Nummern gesperrt. Eventuelle Schadensersatzforderungen müssen Sie selbst zivilrechtlich veranlassen. Da das wegen des großen Aufwandes bei relativ kleinem Schaden meist unterbleibt, werden wir wohl auch in Zukunft mit der Lock- und Pinganrufmethode zu tun haben.

Meine Empfehlung: Schauen Sie immer genau auf die Nummer, bevor Sie zurückrufen.

Schlüsselcode gehackt

„Das kann doch nicht wahr sein“, sagte Herr H., als er sich auf dem Parkplatz umsah und seinen SUV nicht finden konnte. Vor einer viertel Stunde hatte er ihn verschlossen, um in der Autobahnraststätte einen Kaffee zu trinken und jetzt war das zwei Jahre alte Fahrzeug verschwunden.

Eine Situation, die immer wieder passiert. Moderne Fahrzeuge sind häufig mit „Keyless Go“, einem schlüssellosen Öffnen des Autos dank einer Funkschlüsselerkennung ausgestatten.  Der Schlüssel baut, ohne dass er gedrückt werden muss, eine Induktionsschleife auf, die beim Annähern an die Autotür erkannt wird und mit einem Griff an die Türklinke den Verschluss entriegelt. Dieses Verfahren ist für den Autofahrer komfortabel, ermöglicht es aber Dieben mit dem Hacker-Trick das Auto ohne großen Aufwand zu stehlen. Mit einem sogenannten Funkstrecken-Verlängerer fangen sie das Signal des Schlüssels auf und täuschen so dem Auto vor, der Schlüssel sei noch in der Nähe. Tür auf, Druck auf den Starterknopf und ab geht die Fahrt. Eine Horrorvorstellung, wenn mit dieser Methode sogar das vor Ihrer Haustür geparkte Auto gestohlen wird. Mit dem Key-Scanner kann vom Täter das Signal des im Hausflur abgelegten Schlüssels empfangen werden. Ein Car-Scanner wird von einem zweiten Täter an Ihrem Auto platziert. So wird das Signal des Schlüssels verlängert und ein Diebstahl ist ohne aufwendigen Aufbruch der Autotür möglich.

Gegen diese unangenehme Überraschung können Sie etwas tun. Bei den neueren Modellen lässt sich diese in Sachen Diebstahlschutz problematische Keyless-Go-Funktion ab- und bei Bedarf wieder anschalten. Beim Drücken auf den Knopf öffnet sich die Tür wie bei herkömmlichen Schlüsseln.

Wer auf die Bequemlichkeit nicht verzichten will, kann einiges tun:

  • Schlüssel im Haus mindestens 3m entfernt von der Hauswand ablegen
  • im Haus den Schlüssel in einer kleinen Blechdose aufbewahren
  • ganz einfach eine Alufolie um den Schlüssel wickeln oder
  • eine kleine Strahlenschutztasche für Keyless-Go-Systeme kaufen

Mit der letzten Variante sind Sie auch auf der sicheren Seite, wenn Sie unterwegs Ihr Fahrzeug abstellen und den Schlüssel nach dem Abschließen in der Tasche, die wie ein Faradayscher Käfig wirkt, verschwinden lassen.

Falsche Spendensammler

Es tut schon gut, wenn man hin und wieder eine Spende für eine guten Zweck stiftet. Ärgerlich ist es aber, wenn das Geld an Leute geht, die alles andere damit vorhaben, nur nichts Wohltätiges.

Eine bittere Erfahrung damit musste unlängst eine Frau aus einer betreuten Wohneinrichtung im Jerichower Land machen. Sie bekam Besuch von einem Mann, der sich als Mitarbeiter eines Diakonischen Hilfswerkes ausgab. Er erklärte der Seniorin, wie wichtig die finanzielle Unterstützung von Hilfsorganisationen sei und wie sehr sie selbst auch davon profitiere. Bereitwillig unterschrieb die Frau einen Spendenbeleg über 60 €. Als sie in der darauffolgenden Woche Ihre Kontoauszüge überprüfte, stellte sie fest, dass ein Betrag von 860 € abgebucht wurde. Offensichtlich wurde der Beleg von dem Unbekannten nachträglich verändert.

Bei Haustür- und Straßenwerbung für Spenden ist zu beachten:

  • Werbegespräch sollten vor der Unterschrift durch aussagekräftige schriftliche Informationen ergänzt werden.
  • Bleibt der Spender unsicher, so sollte er sich vor einer Unterschrift beim DZI (Deutsches Zentralinstitut für soziale Fragen) erkundigen und den Werber bitten, zu einem späteren Zeitpunkt wieder zu kommen.
  • Konzentrieren Sie Ihre Spenden auf wenige Organisationen, das erleichtert die Seriositätsprüfung.
  • Bei mittleids- und gefühlsbetonter Werbung und vorgeblichem Zeitdruck ist größte Zurückhaltung angebracht.
  • Geben Sie keine Unterschrift auf ein Formular, dass Sie zu einer turnusmäßigen Spende verpflichtet, ohne ein verbrieftes Rücktrittsrecht.
  • Ziehen Sie bei derartigen Gesprächen am besten eine Vertrauensperson hinzu.
  • Sollten Sie offensichtlich betrogen worden sein, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Ihr Aktfoto online

Stellen Sie sich mal vor, Sie öffnen Ihren E-Mail-Briefkasten und die erste Nachricht, die Sie lesen lautet: Ihr Nacktfoto wurde online gestellt. Die Gefühle, die Sie da übermannen sind mit Sicherheit nicht die allerbesten.

Herr G. aus Magdeburg dachte zuerst an einen Scherz, den sich ein Bekannter gemacht hatte. Was sich daraus entwickelte war allerdings gar nicht so spaßig. Um hinter das Geheimnis mit dem persönlichen Aktfoto zu kommen, klickte er einen angegebenen Link an und landete auf einer dubiosen Sex-Seite. Da war zwar die für derartige Seiten übliche Palette an mehr oder weniger in sich verknoteter freizügiger Nacktheit zu sehen, aber das angekündigte Nacktfoto von Herrn G. war nicht dabei. O.k., also doch nur ein Scherz. Die Seite wurde wieder geschlossen und die E-Mail gelöscht.

Eine Überraschung gab es aber am darauffolgenden Tag. Da tauchte erneute eine E-Mail auf, in der Herrn G. seine Zugangsdaten zu seinem angeblichen „Nacktauftritt“ im Internet mitgeteilt wurden. Immer noch im Zweifel darüber ob es tatsächlich ein solches Foto von ihm gibt, loggte er sich ein und entdeckte sich erfreulicher Weise nicht unter den Nackedeis.

Was dann kam, war allerdings der Hammer. Eine Internet-Firma bedankte sich für die Nutzung ihres Dienstes und stellte schnell mal eine Forderung von 98,00€ als einmalige Gebühr auf.

Sollte Ihnen so etwas passieren, dann ist das kein Grund in Panik zu verfallen. Sowohl die Spam-Mail als auch das Zustandekommen dieses angeblichen Vertrages entspricht nicht den Gepflogenheiten eines sauberen Abschlusses eines Fernabsatzvertrages. Sichern Sie die Daten und lassen Sie sich nicht von Mahnbriefen, Schreiben von Inkassounternehmen oder Drohungen mit dem Gericht einschüchtern. Erstatten Sie bei wiederholten Forderungen Anzeige bei der Polizei. Wer auf solche Weise versucht Leute auszutricksen, dem sollten Sie nicht Ihr sauer verdientes Geld in den Rachen werfen.

Diebische Handwerker

Eigentlich ging es nur darum festzustellen, ob das Dach seines Hauses eine Reparatur benötigt aber als die „Spezialisten“ in Sachen Dachreparatur nach einem Gespräch das Haus eines Rentners verließen, war der um einige EUROs ärmer.

Passiert ist es Ende Februar dieses Jahres im Osten Sachsen-Anhalts. Und bekannt wurde es durch einen Notruf bei der Polizei. Der Senior teilte den Polizeibeamten aufgeregt mit, dass er gerade Besuch von Handwerkern hatte, die ihn bestohlen haben. Offensichtlich haben die Männer, die ihm eine Dachreparatur anboten, völlig überrumpelt. Sie gelangten mit mehreren Personen ins Haus, bewegten sich dort offensichtlich in verschiedenen Räumen und verließen dann abrupt das Gebäude. Der von dieser Situation und dem hektischen Treiben überforderte Mann bemerkte erst nach dem Verschwinden der Männer, dass sie eine vierstellige Summen Bargeld gestohlen haben.

Dass Handwerkerkolonnen, die ihre potentiellen Auftraggeber gnadenlos abzocken durchs Land ziehen, ist bekannt. Meist ergaunern sie sich durch Drohungen Geld für eine minderwertige Dienstleistung. Haben Sie aber, wie in unserem Fall, die Chance direkt an Bargeld oder Schmuck zu kommen, greifen sie gern mal zu und verzichten auf einen Auftrag zur Reparatur, bevor sie verschwinden. Abgesehen davon, dass Sie nie Fremde in die Wohnung lassen sollten, gibt es bei Gesprächen mit Wanderhandwerkern einiges zu beachten.

  1. Lassen Sie grundsätzlich Vorsicht walten. Im Fall einer Reklamation stehen diese Handwerker nicht mehr zur Verfügung.
  2. Fordern Sie ein schriftliches, verbindliches Angebot ein, das eine Preiserhöhung während der anstehenden Reparatur ausschließt.
  3. Lassen Sie sich die genaue Anschrift der Firma geben und den Ausweis des Verantwortlichen zeige (Namen notieren). Prüfen Sie im Internet oder lassen Sie sich Auskünfte über das Unternehmen von der Handwerkskammer geben.
  4. Sollten Sie mit überzogenen Forderungen konfrontiert werden oder die Handwerker setzen Sie mit Drohungen unter Druck, informieren Sie die Polizei über 110.
  5. Vermeiden können Sie all diese Probleme, wenn Sie sich von vornherein an regionale Handwerker wenden.

Der richtige Fenstergriff

„Stellen sie sich vor, bei mir haben sie eingebrochen“ erzählte mir ein Mann aus Magdeburg und er ergänzte: „Dabei habe ich, genau wie es empfohlen wurde, abschließbare Fenstergriffe angebracht“.

Nun ja, alles was man unternimmt, um Tätern einen Einbruch zu erschweren, hat seine Berechtigung. So ist es auch mit den abschließbaren Fenstergriffen. Sie helfen aber nur gegen bestimmte Einbruchsmethoden. Hebelt ein Täter ein Fenster oder die Terrassentür auf, bieten herkömmliche abschließbare Fenstergriffe keinen Schutz. Sie verhindern aber das Eindringen, wenn Einbrecher das Fenster einschlagen, durch das Loch in der Scheibe greifen und dann den Fenstergriff öffnen wollen. Schutz bieten diese abschließbaren Griffe auch bei der sogenannten „Bohrmethode“, bei der überwiegend an Terrassentüren unterhalb des Griffs ein Loch gebohrt und dann der Griff mit einem stabilen Draht in die Öffnungsstellung gebracht wird. Wenn die Diebe trotz des abschließbaren Fenstergriffs durch Einschlagen des Fensters in das Haus gekommen sind, dann deshalb, weil der Griff nur ungenügenden Widerstand geleistet hat. Bei billigen Produkten ist der Dorn, der im Schließzustand den Griff verankert, oft so dünn, dass er bricht, wenn Täter durch das Loch greifen und mit großer Kraft oder einem Rohr als Verlängerung, den Fenstergriff gewaltsam öffnen. Meist bleiben aber solche Einbrüche auch bei einfachen Fenstergriffen im Versuch stecken. Wer sich wirkungsvoll gegen diese Einbruchvariante schützen möchte, sollte Fenstergriffe mit einbruchhemmenden Eigenschaften, zertifiziert nach der DIN 18 267 einbauen lassen.

Bitte beachten: Gegen das Aufhebeln von Fenstern und Fenstertüren sollten beim Nachrüsten Zusatzschlösser nach DIN 18 104-1 oder Pilzkopfzapfen nach DIN 18 104-2 eingebaut werden. Generell werden Widerstandsklassen zur Einbruchhemmung in der Europanorm DIN EN 1627 geregelt. Aber bitte nicht verwirren lassen. Es reicht, wenn sich mit dem, was dort alles drin steht, die Fachhandwerker auskennen.

Der Feststellungs-Bescheid

Post mit dem Aufdruck „Feststellungs-Bescheid“ klingt erst einmal amtlich, nimmt einem dann aber doch den ersten Schreck, wenn der Inhalt verkündet, dass man satte 150.000€ gewonnen hat.

Ein Klietzer hat mir die an sich gerichtete Post zugeschickt und ich habe nicht schlecht gestaunt, welchen Aufwand ein Unternehmen da betrieben hat, um bundesweit zehntausenden Empfängern zu suggerieren, dass mit der Post ein Geldsegen ins Haus kommt.

Sieben einzelne „Dokumente“, mehrfarbig bedruckt und mit Stempeln und Bezeichnungen versehen wie „VERTRAULICH! Nur für nebenstehenden Empfänger bestimmt“ – „WICHTIG! 150.000€ sind offiziell zur Auszahlung bestätigt und freigegeben …“ „Herr … erhält 150.000€ in Bar!“ – „Bereitstellungs-Bescheid“. Ja sogar ein extra verklebtes „Offizielles Siegel-Kuvert“ mit dem an den Adressaten persönlich vergebenen ZUTEILUNGS-SIEGEL“ ist in der Postsendung. Und beinahe hätte ich es vergessen, eine „Vorläufige Fahrkarte“ zur Gewinnübergabe in Berlin ist auch beigelegt. Können Sie noch folgen? – Wenn nicht, dann müssen Sie sich keine Sorgen machen. Diese Reizüberflutung mit Hinweisen auf den großen Gewinn ist gewollt. Die macht Sie anfälliger für zwei weitere Beilagen des Briefes; einen Katalog mit Angeboten von Schlager-CD’s zum „Vorzugspreis“ und den dazugehörigen Bestellschein. Mal ehrlich, mit der Aussicht auf so viel Geld bestellt man schnell mal ein paar CD’s, auf die man sonst gern verzichtet hätte. Außerdem steht da noch in dicken roten Lettern: „WICHTIG! Keine Antwort bedeutet unwiderruflich, dass Sie gegebenenfalls auf 150.000€ in Bar verzichten!“ Also rein mit dem Bestellschein in das beigelegte Kuvert, eine 70-Cent-Marke aufgeklebt und ab die Post …

Glatter Betrug! – meinte der Klietzer in einem Telefongespräch mit mir. Ist es aber nicht, denn auf der Rückseite eines dieser „Dokumente“ stehen über sieben Zeilen kleingedruckt, in blassgrauer Farbe, ohne Absatz und durchweg in Großbuchstaben geschrieben – also so, dass es sich keiner durchliest – die Teilnahmebedingungen. Und die sagen, dass es von allen Einsendern nur einen Gewinner gibt. Ob ausgerechnet Sie der Glückspilz sind, steht in den Sternen. Fazit: Keine Straftat aber in meinen Augen eine hochgradig unseriöse Geschäftspraxis. Schade um die vielen Bäume, die für diese Briefe gefällt werden mussten. Tun Sie deshalb etwas Gutes; verbrennen Sie den Brief nicht, werfen Sie ihn einfach in die Papiertonne.

Post von der Hellseherin

Also mal ehrlich, es gibt Dinge, die tut man einfach nicht. Zum Beispiel älteren Menschen einen Schreck einjagen. Und genau das ist zum Jahresende recht häufig passiert.

Ich denke dabei an Schreiben, die eine selbsternannte Hellseherin von angeblich internationalem Ruf, die auf den schönen Namen Samantha hört, an viele Bürger geschickt hat. Mit einer Kaltschnäuzigkeit ohne gleichen teilt sie mit, dass den Adressanten demnächst ein großes Unheil ins Haus stehe. Über drei Seiten verbreitet sie eine Mischung von mystischer Geheimniskrämerei und metaphysischen Worthülsen und schürt damit ganz gezielt Ängste. Aber sie wäre ja keine richtige Hellseherin, wenn sie nicht gleich eine Lösung zur Abwendung des Problems parat hätte. Die Lösung ist denkbar einfach: Man schicke 25, besser noch 30 EURO an eine Postfachadresse im Ausland und schon würde per Post das alles heilende Rezept eintrudeln. Sie wissen, wie Sie damit umzugehen haben. Erstens nicht einschüchtern lassen, zweitens nicht drüber ärgern und drittens in den Papierkorb schmeißen. Dann können Sie den Start ins neue Jahr mit dem guten Gefühl starten, Ihr Geld nicht an eine Betrügerin verschwendet zu haben.

Manipulierter Geldautomat

Es ist schon eine ganze Weile her, dass Täter mit Lesegeräten die Daten von EC-Karten kopierten und mit Minikameras die PIN erspähten. Was sich vor einigen Tagen an einem Bankautomaten im Süden unseres Landes abspielte, ist eine völlig andere Methode, an das Geld der Kunden zu kommen.

Sie wissen wie das abläuft, wenn man Geld aus dem Automaten holt. Karte rein, PIN eingetippt, Geldwunsch anklicken, rassel rassel im Automaten, Karte herausziehen und schon kommen die Geldscheine aus dem Schlitz. Und genau das geschah in diesem Fall nicht. Mehrere Kunden standen wartend am Geldautomaten, bis sie dann ohne Geld die Filiale verließen. Eine Kundin ging allerding an den Schalter und meldete die Fehlfunktion. Eine genaue Kontrolle zeigte, dass Jemand eine Metallschiene, die der echte Abdeckung des Geldausgabeschlitzes verblüffend ähnlich war, vor den Schlitz geklebt hat. Beim Geldabhebevorgang wird das Geld herausgeschoben aber von der falschen Schiene, für den Kunden nicht sichtbar, blockiert. Der Automat zieht nach kurzer Zeit das Geld, das nicht entnommen wurde, zurück. Um dies zu verhindern, wird von den Tätern die Innenseite dieser Schiene mit einer klebrigen Substanz versehen, die bewirkt, dass die Geldscheine daran hängen bleiben. Vom Täter, der sich bei dieser Masche immer in der Nähe aufhalten muss, wird dann das Geld entnommen, nachdem der Kunde den Platz verlassen hat.

Sollten Sie einmal mit dieser Situation konfrontiert werden, dann schauen Sie sich den Schlitz genau an, entfernen ggf. die Schiene, informieren Sie die Filialmitarbeiter oder rufen Sie umgehend die Polizei über 110 an, ohne sich vom Ort zu entfernen.

Der Deal mit dem Staatsanwalt

Um an das Geld anderer Leute zu kommen, lassen sich Betrüger oft aufwendige Legenden einfallen und scheuen sich nicht, ihr Vorhaben an mehreren Tagen bei der gleichen Person zu versuchen. In Zichtau ist ein Mann fast um mehrere Eintausend Euro geprellt worden.

Telefonisch meldete sich bei ihm eine Frau, die sich als Mitarbeiterin des Hauptsitzes der Sparkasse in Frankfurt vorstellte. Sie teilte ihm mit, dass auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sein Konto innerhalb von 24 Stunden gesperrt werden würde. Einen Grund nannte sie nicht, verwies aber darauf, dass ein Staatsanwalt Dr. Rosenberg sich melden würde. Eine halbe Stunde später kam dann auch der Anruf des vermeintlichen Staatsanwalts. Dieser erklärte, dass angeblich bei einem Unternehmen eine Schuld von 14.000€ zu begleichen sei. Worin die Schuld bestand erklärte er nicht, erwähnte aber, dass bei einem Strafverfahren jeder Richter dem Unternehmen Recht geben würde und im Fall einer Verhandlung die Kosten für ihn auf 20.000€ steigen würden. Dann verwies er auf die Möglichkeit einer außergerichtlichen Lösung. Wenn er heute noch auf ein Konto 4.600€ zahle, dann würde das Strafverfahren eingestellt werden. Um dem ganzen einen noch offizielleren Schein zu geben, sagte der vermeintliche Staatsanwalt, dass er noch einmal die Akten einsehen werde und sein Mitarbeiter in zirka einer Stunde ihm die Kontonummer durchgeben würde. Diese Zeit nutze der Angerufene, um mit seiner Sparkasse zu telefonieren. Hier erfuhr er, dass es sich bei den Anrufen um eine Betrugsmasche handelt. Tatsächlich kam auch noch ein Anruf von einem angeblichen Herrn Weber. Dem sagte aber der Zichtauer, dass er nicht auf solch eine Betrugsmasche reinfalle und legte auf. Eigentlich, sollte man meinen, ist damit die Geschichte zu Ende. Das war sie aber nicht. Am nächsten Morgen meldete sich noch einmal die falsche Sparkassenmitarbeiterin und beteuerte, dass die Geschichte wahr sei und er mit der Sperrung seines Kontos rechnen müsse. Erst als der wachsame Mann erklärte, dass er eine Anzeige bei der Polizei erstattet habe, legte die Anruferin auf und meldete sich nie wieder.

Egal wie glaubwürdig die Legenden von Anrufern auch klingen; ein Anruf bei Bekannten, dem Geldinstitut oder der Polizei hilft Ihnen viel Geld zu sparen.

Konto für den Nebenjob

Es kann schon etwas Schönes sein, wenn man nach langem Suchen im Annoncenwald der Zeitungen endlich einen Job, wenn auch nur als Nebenverdienst, gefunden hat. Bei aller Freude sollte man bei Vertragsabschluss die Bedingungen kritisch prüfen.

Zwei Herren haben diverse Nebenbeschäftigungen, vom Kugelschreiber-Zusammenbauen bis hin zum Sortieren von Glückwunschkarten angeboten.

Das Besondere an ihren Geschäftsbedingungen war, dass sie die Interessenten aufforderten, dafür ein extra Konto zu eröffnen. Über dieses Konto sollten dann alle erforderlichen Geldgeschäfte abgewickelt werden. Klingt logisch und vermeidet Unübersichtlichkeit.

Wichtig war, dass für dieses Konto auch eine EC-Karte beantragt werden sollte.

Bei einem Hausbesuch ließen sich die Herren dann auch die Unterlagen über die Kontoeröffnung zeigen und kassierten gleich einmal die EC-Karte, nebst dazugehöriger PIN ein. Als Begründung gaben sie an, dass Sie die Daten der Karte und die PIN in den zu erstellenden Geschäftsunterlagen  erfassen müssten.

Na ja, ich bitte Sie, bei solch einer Sache hätten doch die Alarmglocken in den höchsten Tönen klingeln müssen. Haben sie aber nicht. Jedenfalls nicht in allen Fällen, denn wie zu erwarten, haben die sauberen „Geschäftsleute“ die lukrative Nebenbeschäftigung nie anlaufen lassen, dafür aber auf Kosten ihrer Kunden die Konten bis zum Limit des Überziehungskredits belastet.  Schlimm für die Betrogenen, denn wer so leichtfertig EC-Karte und PIN herausgibt, der muss der Bank den Schaden voll ersetzen.

Handy-Nepp

Das Handy ist mittlerweile ein Gebrauchsgegenstand geworden und fast jeder besitzt eins. Verständlich, dass sich auch immer mehr Senioren für diesen praktischen Wegbegleiter entscheiden. Dass der Handykauf auch zur Kostenfalle werden kann, zeigt ein Beispiel aus der Region.

Haben sie auch schon einmal eine Mobilfunkrechnung in astronomischer Höhe bekommen?

Na gut, wer viel telefoniert, soll auch viel zahlen – aber in den Fällen, die ich meine traf es durchweg ältere Bürger und allen war eins gemein: Sie haben ihr Handy als vermeintliches Schnäppchen bei einer Kaffeefahrt erworben oder von einem Vertreter im Bau- oder Supermarkt beim Würfelspiel gewonnen und sie haben so gut wie gar nicht telefoniert und schon gar keine SMS versandt.

Besagte clevere Werbespezialisten haben offensichtlich kriminelle Energie an den Tag gelegt, um ihre Provision zu erhöhen oder sich anderweitig Vorteile auf Kosten ihrer Kunden zu verschaffen.

So wurden die SIM-Karten der Handys auf den Empfang von kostenpflichtigen News programmiert. Jede eingehende Nachricht kostete dann 20 Cent. Und bei der Fülle von Meldungen, von Horoskopen über Sportmeldungen bis hin zu Lottozahlen, kam schnell eine schmerzhafte Summe zusammen. Meine Empfehlung: Überlegen sie sich ganz genau ob sie überhaupt ein Handy benötigen und wenn es denn sein muss, dann wenden sie sich an ein Fachgeschäft. Dort haben sie wenigstens einen Ansprechpartner, der ihre Reklamationen entgegen nimmt.

Diebe im Fitness-Studio

Es ist ein Wohlfühlort für mich, mein Fitness-Studio. Da kann ich unbekümmert Kurse belegen, mein Trainingsprogramm absolvieren und in der Sauna entspannen. Genau das habe ich auch über Jahre getan, bis ich vor einigen Tagen im Umkleideraum einige aufgebrochene Schränke entdeckt habe.

Mal ehrlich, dass ist ein Anblick, der einem die Zornesfalten ins Gesicht treibt und die Unbeschwertheit nimmt. Mitten in der Woche, in den frühen Nachmittagsstunden, hat da jemand mit Brachialgewalt die Schranktüren aufgerissen und die Schränke durchwühlt. Geht doch gar nicht, könnte man sagen, denn erfahrungsgemäß betreten und verlassen immer wieder Besucher den Raum, so dass kaum Zeit ist, ungestört die sicherlich auch Lärm verursachenden Einbrüche vorzunehmen – und doch ist es geschehen. Bei den Herren sieht es in der Regel so aus, dass in der Hose, die da im Umkleideschrank hängt, neben dem Handy, dem Portemonnaie und den Fahrzeugpapieren auch noch die Autoschlüssel nebst Hausschlüssel zu finden sind. All das kann vom Dieb in kürzester Zeit gestohlen werden. Auf dem Parkplatz braucht er dann nur mal kurz auf den Schlüssel drücken und irgend eins der Autos signalisiert ihm „Hier bin ich“. Das allein ist für den Dieb schon Beute genug, wenn er jetzt aber noch über den Personalausweis des Besitzers oder Unterlagen, die er im Auto findet, den Wohnsitz des Gebeutelten erfährt, ist das Ausräume der Wohnung ein Klacks. Rein statistisch gesehen spielen Einbrüche in Umkleidekabinen eher eine untergeordnete Rolle aber wen es trifft, den interessiert die Statistik wenig. Die gute Nachricht: Ihre Versicherung zahlt in solch einem Fall. Und noch etwas Gutes: In den Damenumkleideräumen passiert so etwas nie (soweit ich weiß). Eine Möglichkeit: Wenn Sie als Pärchen zum Fitness gehe; vertrauen Sie lohnendes Diebesgut Ihrer Partnerin an. Die andere Alternative: Nehmen Sie möglichst wenig Geld oder Wertgegenstände mit zum Training. Aber das schützt Sie immer noch nicht vor dem Diebstahl Ihres Autos. Die erwähnten Sachen mit in den Fitnessraum oder die Sauna zu nehmen ist mehr als umständlich. Am besten ist es, wenn Ihr Fitness-Studio, ähnlich wie viele Hallenbäder, Wertfächer anbietet, die sicher im Bereich der Rezeption stehen. Optimal: Mit dem Schlüssel für Ihr Wertfach können Sie auch den Umkleideschrank verschließen. Sollte Ihr Lieblingsstudio nicht über diesen Luxus verfügen, dann regen Sie das ruhig einmal bei der Geschäftsführung an.

Undercover-Agent für die Polizei

Um Straftaten aufzuklären sind Zeugenaussagen für die Polizei eine unerlässliche Hilfe. Bei besonderen Straftaten holen sich die Ermittler auch schon mal Informationen aus der „Szene“. Was echte Polizisten jedoch nie machen ist das Anwerben von Bürgern per Telefon als Undercover-Agent. Genau das erlebte unlängst eine Frau aus Rogätz.

Am Telefon war eine Frau, die sich als Mitarbeiterin des BKA Wiesbaden vorstellte. Mit vielen Worten erklärte sie, dass aufgrund von Betrugsdelikten im Bankwesen verdeckte Ermittlungen erforderlich wären. Da auch die Filiale in Rogätz betroffen sei, bat sie um Unterstützung, um den „Maulwurf“ in dem Geldinstitut zu entlarven. Dazu solle die Angerufene 25.000€ auf ein bestimmtes Konto überweisen. Da dies aber noch mit einem anderen Kriminalbeamten koordiniert werden müsse, bat sie um etwas Geduld, unbedingte Geheimhaltung und legte auf.  Kurze Zeit später meldete sich der angebliche Kriminalbeamte und besprach mit der Frau das weitere Vorgehen. Er bat sie, zur Sparkassenfiliale zu gehen und 10.000€ auf ein bestimmtes Konto zu überweisen. Um die verdeckten Ermittlungen nicht zu gefährden, forderte er die Frau auf keine Angaben zu der geheimen Zusammenarbeit mit der Polizei zu machen, weder gegenüber den Sparkassenangestellten noch gegenüber Verwandten und Bekannte. Mit dieser Aufforderung wollte der betrügerische Anrufer sicherstellen, dass sein Plan nicht durch Außenstehende gefährdet wird. Erfahrungsgemäß platzen solche Lügengeschichten spätestens dann, wenn die Betroffenen Verwandten, Bekannten, der Bank oder der Polizei von derart ominösen Anrufen berichten.

Offensichtlich war die Rogätzerin so sehr von der Echtheit des Anliegens überzeugt, dass sie tatsächlich zur Sparkasse ging. Zu einem Geldtransfer kam es zum Glück nicht. Ganoven versuchen immer wieder als angebliche Polizeibeamte Ihr Vertrauen zu erschleichen und so an Ihr Geld zu kommen. Sie sollten wissen, dass echte Polizisten Sie nie nach Ihren Vermögensverhältnissen befragen, danach erkundigen wo Sie Ihr Geld aufbewahren oder welche Wertsachen Sie haben, „Falschgeldkontrollen“ durchführen oder sie gar auffordern als Undercover-Agent Geld zu überweise.

Anruf von der Telekom

Es kann durchaus passieren, dass Sie als Telekomkunde von der Telekom angerufen werden, was aber ein vermeintlicher Mitarbeiter der Telekom von einer Frau aus Haldensleben wollte, war ein dreister Betrugsversuch.

Ich gestehe, dass mir die Masche in dieser Variante noch nicht bekannt war. Betrüger lassen sich immer wieder neue Geschichten einfallen, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Bei der Haldenslebenerin meldete sich per Telefon ein Mann, der sich als Mitarbeiter der Telekom vorstellte. Er erklärte, dass es durch aktuell laufende Arbeiten am Telefonnetz zu unerwünschten Anrufen kommen könne. Bedingt durch die Reparatursituation müssten angeblich Nummern mehrfach belegt werden. Die Folge seien dadurch eine Vielzahl von unerwünschten Anrufen. Da so etwas natürlich lästig ist, bot der Anrufer eine Alternative an. Durch Zahlung von 129 EURO könne das Problem schnell gelöst werden. Die Frau ließ sich nicht auf das zwielichtige Angebot ein und legte auf. Soweit könnte man den Anruf als einen recht einfältigen Betrugsversuch abtun. Was aber in den Folgetagen geschah, war für die Telekomkundin recht nervig. Es gingen tatsächlich mehrere unbekannte Anrufe ein. Nach gut einer Woche meldete sich der vermeintliche Telekommitarbeiter wieder, erkundigte sich, ob es störende Anrufe gab und erneuerte sein Angebot. Die Frau lehnte erneut ab, beendete das Gespräch und meldete den Vorfall der Polizei.

Der Betrüger, der offensichtlich nicht allein agierte, hatte richtig Zeit investiert und tatsächlich mehrfach bei seinem potentiellen Opfer angerufen, um seine Legende glaubwürdig erscheinen zu lassen. Sollten Sie gleichartige Anrufe bekommen haben, dann zeigen Sie das bei der Polizei an, egal ob der Ganove bei Ihnen Erfolg hatte oder nicht. Der sicherste Weg, den Maschen dieser falschen Telekommitarbeiter zu entgehen, ist ein Anruf bei der Telekom. Die Telefonnummer sollten Sie aus Ihren Vertragsunterlagen oder dem Telefonbuch holen und sich keinesfalls von dem dreisten Anrufer geben lassen.

Der große Lottogewinn

Warten Sie auch auf den „Großen Geldsegen“? Wenn wir ehrlich sind, erhofft sich das doch jeder irgendwie. Der eine lässt dafür keine Tippgelegenheit aus, der andere hofft darauf, dass das Geld spontan und unerwartet kommt. Dass man statt einem echten Batzen Geld bei einem vermeintlichen Gewinn auch draufzahlen kann, erfuhr vor kurzem eine Frau aus der Region Salzwedel.

Telefonisch wurde der 65jährigen mitgeteilt, dass sie 193.000 € gewonnen hat. Zugegeben, bei so einer frohen Botschaft kann einem schon beim Telefongespräch der Puls in die Höhe steigen und leichte Verwirrungserscheinungen hervorrufen. Vielleicht ging es der Angerufenen genau so, denn nicht einmal der Umstand, dass sie an keiner derartigen Verlosung teilgenommen hat, lies bei ihr Zweifel an dem Gewinn aufkommen. Die rhetorischen Fähigkeiten des Anrufers müssen jedenfalls beachtlich gewesen sein. Es gelang ihm, die vermeintliche Gewinnerin bei mehreren Anrufen zu diversen Einzahlungen auf ein ausländisches Konto zu bringen. Da war die Rede von „Steuern“, die für den Gewinn beglichen werden müssen, „Depotgebühren“ waren auch fällig, weil das Geld bei einem Sicherheitsunternehmen zwischengelagert werden musste. Schließlich wurde wegen der hohen Summe noch ein „Versicherungsbeitrag“ eingefordert und ganz zum Schluss auch noch Geld für ausgelegte „Lohnzahlungen“. So verschwanden schnell einmal mehrere Eintausend Euro auf ausländischen Konten, ohne dass je ein Gewinn ausgezahlt wurde. Die Zahlungswilligkeit der „Gewinnerin“ regte offensichtlich die Fantasie des Glücksbote so an, dass er sich immer neue Gründe für eine Vorauszahlungen einfallen ließ.

Sie sollten sich für solch eine Situation merken, dass Sie keinen Gewinn zu erwarten haben, wenn Sie an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben. Daran ändert auch eine noch so glaubhafte vorgebrachte Begründung nichts. Wenn für die Gewinnauszahlung eine Vorauszahlung verlangt wird, ist das der endgültige Beweis dafür, dass etwas nicht stimmt. Bekräftigt wird der Betrugsverdacht durch den Umstand, dass die Vorauszahlung auf ein ausländisches Konto geht oder gar per „Western Union“ an eine Person ins Ausland transferiert werden soll.

Sollten Sie dennoch bei einem Telefongespräch mit derart freudespendendem Inhalt die Neigung verspüren dem Anrufer zu glauben (es wäre ja so schön …), dann sprechen Sie unbedingt mit Verwandten, Freunden oder Nachbarn darüber, bevor Sie Geld überweisen oder holen Sie sich Rat in der Verbraucherzentrale oder bei der Polizei.

Trickdiebe auf der Autobahn

Eigentlich ist es eine nette Geste, wenn man von anderen Verkehrsteilnehmern auf einen Schaden an seinem Fahrzeug hingewiesen wird. Nicht immer bemerkt man, wenn die Luft eines Reifens sich verabschiedet oder der Auspuff tiefer hängt, als er sollte. Dass solch ein Hinweis nur ein Ablenkungsmanöver für einen Diebstahl sein kann, mussten Anfang des Monats mehrere Autofahrer auf Parkplätzen der BAB 14 erfahren.

Bisher habe ich nur vor Gefahren auf Autobahnen in Spanien oder Italien gewarnt. Ahnungslose Urlauber mussten erleben, wie sie aus einem überholenden Auto heraus von einem Mann mit hektischen Bewegungen auf einen vermeintlichen Schaden am Fahrzeug aufmerksam gemacht wurden. Kam es aus Besorgnis zum Halt auf dem Standstreifen, setzte sich das fremde Fahrzeug davor, der Signalgeber rannte zum Heck des angeblich beschädigten Fahrzeugs und gestikulierte dort so lange, bis der Fahrer und nicht selten auch die Mitfahrer ausstiegen um nachzusehen. Diesen Moment nutzte die zweite Person aus dem fremden Fahrzeug, um auf den Sitzen abgelegte Handtaschen oder Kameras zu stehlen. So schnell wie die vermeintlichen Helfer auftauchten, waren sie dann auch weg.

Jetzt ist eine Variante dieser Diebstahlmethode ganz in unserer Nähe angewandt worden. Auf den Parkplätzen „Alter Postweg“ und „Lorkberg“ sprach ein Mann dort parkende Reisende, die allein in ihrem Auto saßen an und verwies auf einen angeblichen Schaden am Heck. Während der Fahrzeugführer mit dem Hinweisgeber nachschaute, entwendete ein Mittäter jeweils eine Tasche mit Bargeld und Papieren. In einem Fall flohen die deutsch sprechenden Täter in einem PKW Skoda.

 

Lassen Sie eine gesunde Portion Misstrauen walten, wenn Sie von Fremden in dieser Weise angesprochen werden. Geldbörsen, Taschen und Kameras sollten Sie nicht sichtbar im Auto ablegen. Ein im Zündschloss steckender Schlüssel kann in solch einer Situation schnell dazu führen, dass der Mittäter mit Ihrem Auto verschwindet. Sollten Sie während der Fahrt in der oben geschilderten Weise zum Halten aufgefordert werden, dann signalisieren Sie dem Fremden per Gesten, dass Sie telefonieren werden (Polizei). Das wird in der Regel verstanden und die Trickdiebe suchen das Weite. Vergessen Sie nicht, auch bei einer Versuchshandlung, die Polizei über 110 zu verständigen.

Betrügerische Wanderarbeiter

Sie waren sehr höflich und das Angebot verlockend günstig, deshalb entschied sich eine Frau aus Tangeln, die in die Jahre gekommene Dachrinne ihres Hauses durch Wanderarbeiter reparieren zu lassen. Dass sie dabei mehrere Eintausend Euro los werden würde, hatte die gutgläubige Frau bei der Auftragserteilung nicht für möglich gehalten.

Zugegeben, es passiert nicht alle Tage, dass Handwerker an der Tür klingeln und ihre Leistungen anbieten. Wenn es aber geschieht, und die vermeintlichen Fachleute dann noch aus dem Ausland kommen, ist Vorsicht geboten. Unter den sogenannten Wanderarbeitern, die in der EU überall arbeiten dürfen, gibt es zahlreiche schwarze Schafe. Im konkreten Fall klingelten zwei Herren bei der Seniorin, verwiesen auf den schlechten Zustand der Dachrinne ihres Hauses und versprachen einen billigen Austausch. Im Glauben ein günstiges Geschäft zu machen, ließ sie sich auf das Angebot ein. Als die Arbeiten erledigt waren, kam die böse Überraschung. Von „billig“ war plötzlich nicht mehr die Rede. Die beiden „freundlichen“ Männer legten gegenüber der alleinstehenden Frau einen rüden Umgangston an und verlangten ihr gesamtes Bargeld, das sie zuhause hatte. Da wechselten dann 600 € den Besitzer. Der Umstand, dass die Rentnerin verängstigt und mit der Situation völlig überfordert schien, war für die Wanderarbeiter Anlass, weitere 1600 € zu fordern. Genau das gehört zur Vorgehensweise dieser Betrüger. Als vermeintliche Legitimation für den Höheren Preis werden oft unentdeckte Mängel und daraus entstandene höhere Materialkosten angegeben. Um die zwei Männer, die immer bedrohlicher auftraten los zu werden, hob sie von ihrem Konto Geld ab und zahlte so unter dem Strich 2200€ für eine Leistung, die nur einen Bruchteil davon wert war.

Sie gehen solch einem Problem aus dem Weg, wenn Sie sich nicht von vermeintlichen Schnäppchen verleiten lassen. Sollten Sie dennoch statt eines heimischen Unternehmens reisende Handwerker beauftragen, dann fordern Sie ein schriftliches, verbindliches Angebot ein, das eine Preiserhöhung während der anstehenden Reparatur ausschließt. Sollten Sie von den Wanderarbeitern unter Druck gesetzt werden, dann rufen Sie unverzüglich über 110 die Polizei an.

Der Staubsaugervertreter

Es gibt sie, die Haustürvertreter, die seriöse Geschäfte anbieten. Seit Jahren machen immer mehr schwarze Schafe in dieser Branche den Ruf der ehrlichen Vertreter kaputt. So geschehen im Landkreis Mansfeld-Südharz.

In den späten Vormittagsstunden klingelte ein seriös aussehender Herr an der Wohnungstür eines Mehrfamilienhauses, stellte sich als Vertreter einer bekannten Staubsaugerfirma vor und überraschte den dort wohnenden Rentner mit einem vermeintlichen Geschenk. Er erklärte, dass sein Unternehmen kostenlos Staubsaugerfiltertüten verschenkt. Da diese kleinen Schmutzsammler nicht gerade billig sind und der Vertreter beteuerte, dass er bei ihm keinen neuen Staubsauger kaufen müsse, ließ sich der Senior auf das Angebot ein. Um unter den vielen verschiedenen Filtertüten die richtige heraus zu bekommen, bat der Fremde um die Angabe des Staubsaugertyps und die Nummer der Filtertüte. Klingt logisch und war für den Mieter auch Anlass, den Herrn in das Wohnzimmer zu bitten. Während er den Staubsauger aus seinem Schlafzimmer holte, wartete der Vertreter dort auf ihn – so glaubte es der Rentner jedenfalls. Der Mann notierte sich den Staubsaugertyp nebst Filternummer und erklärte, dass er aus seinem Auto die Filtertüten holen wolle. Das war’s dann auch. Der Unbekannte kam nie wieder zurück und als der Senior die Wartezeit in seiner Küche verbringen wollte, wurde ihm klar warum. Sein Portemonnaie mit all seinem Geld war mit dem vermeintlichen Vertreter verschwunden.

Sie sollten misstrauisch werden, wenn Ihnen jemand an der Haustür etwas schenken will. Meist sind derartige Lockangebote mit einem Kauf oder Vertragsabschluss verbunden. Im konkreten Fall hätte sich die Situation geklärt, wenn der Senior ihn gebeten hätte kurz vor der geschlossenen Tür zu warten. Mit Sicherheit wäre der betrügerische Vertreter nicht mehr da gewesen, wenn der Rentner mit den auf einem Zettel notierten Daten die Wohnungstür wieder geöffnet hätte.

Unverhofftes Lottoglück

Mal ehrlich, wenn wir alle das gewinnen würden, was uns Werbeanzeigen vorgaukeln oder Anrufer euphorisch mitteilen, bräuchten wir uns keine Sorge um die Finanzierung unseres Ruhestandes machen. Das die Realität anders aussieht und nicht selten in einem finanziellen Verlust  endet, zeigen aktuelle Beispiele aus Sachsen-Anhalt.

In Oranienbaum wurde einer 65jährige von Unbekannten mitgeteilt, dass sie bei einem Glücksspiel mehrere 10.000€ gewonnen habe. Der Anrufer würde ihr das Geld persönlich vorbei bringen. Vorher müsse sie aber für mehrere Einhundert Euro sogenannte Steam-Karten erwerben und die Nummern der Karten, vermeintlich zur Legitimation für den Geldgewinn, telefonisch durchgeben. Genau dasselbe erlebte eine 60jährige aus Wittenberg. Beide Frauen folgten dieser windigen Aufforderung nicht und informierten die Polizei. Bedeutend schlechter ging so ein Gewinnanruf Ende Mai für eine Frau aus dem Landkreis Wittenberg aus. Ihr wurde erzählt dass für sie eine Gewinnsumme im oberen fünfstelligen Bereich bereit lege und sie für die Überweisung des Geldes einen Unkostenbetrag begleichen müsse. Dazu sollte sie für mehrere Einhundert Euro Amazon-Gutscheine erwerben und dem Anrufer die Code-Nummern der Scheine durchgeben. Dies tat sie auch aber statt des Geldes, das ihr die „Gewinnabteilung“ vorbei bringen wollte, kamen am darauffolgenden Tag erneut telefonische Aufforderungen weitere Amazon-Gutscheine zu erwerben. Das war der vermeintlichen Gewinnerin dann doch zu viel und sie verständigte die Polizei. Zu spät, das Geld war weg.

Sie sollten immer skeptisch sein, wenn Ihnen jemand einen Gewinn mitteilt, obwohl sie gar nicht an einem Gewinnspiel teilgenommen haben. Falls doch, dann lassen Sie sich auf keinen Fall auf die Zahlung eines Unkostenbeitrages ein, um ihren vermeintlichen Gewinn zu bekommen. Betrüger haben die verschiedensten Legenden bereit, um Ihnen glaubwürdig zu vermitteln, dass Sie Steam-Karten, Ukash-Cards, Bit-Coins, Paysafecards oder was auch immer erwerben sollen, um damit die Überweisung Ihres Geldgewinns auszulösen. Mit den Codes dieser Karten kaufen die Betrüger auf Ihre Kosten im Internet ein. Beraten Sie sich im Zweifelsfall mit Familienangehörigen, Nachbarn oder fragen Sie einfach bei der Polizei nach. Es ist immer besser, wenn der Traum vom Gewinnerglück bei einem vertrauensvollen Gespräch platzt, als dass Sie dafür erst „Lehrgeld“ eingezahlt haben.

Der Geldvermehrungstrick

Manche Kriminalfälle muten an wie eine Story aus der Feder eines mit Fantasie überschwänglich beschenkten Kriminalschriftstellers. Aber wenn ich Ihnen solch eine Geschichte erzähle, dann hat das wahre Leben sie geschrieben.

Ein Mann, der Deutsch nicht ganz akzentfrei sprechen konnte, erzählte einem deutschen Geschäftsmann, den er in einer Bar kennen lernte, dass zwei Freunde von ihm eine Methode gefunden hätten, aus einem EURO-Schein einen weiteren echten EURO-Schein zu produzieren.

Etwas skeptisch, aber dafür um so neugieriger wollte sich der Geschäftsmann das zeigen lassen. Schon am nächsten Tag startete das Experiment. In einem Hotelzimmer wurde durch einen der Herren ein 100-EURO-Schein mit einem Pulver bestreut, in Silberfolie eingewickelt und in einem Behältnis, in dem sich geheime Substanzen befanden, für einige Zeit verschlossen. Nach dem Herausnehmen kamen zwei identische 100-EURO-Scheine zum Vorschein. Um die immer noch vorhandenen Zweifel zu beseitigen, wurden beide Scheine in einer Bank vorgelegt und dort die Echtheit bestätigt.

Der Mann war davon so beeindruckt, dass er 50 000 EURO von seinem Konto abhob, das Geld durch die Wundertäter behandeln und in besagtem Behältnis einschließen ließ. Da bei einer derart hohen Summe die Einwirkzeit entsprechend länger sein müsse, sollte er den Behälter mit nach Hause nehmen. Am darauffolgenden Tag würden die Herren bei ihm vorbei kommen, um das Päckchen zu öffnen.

Sie ahnen es. Die Herren kamen natürlich nicht und als der Geschäftsmann sich selber von der wundersamen Geldvermehrung überzeugen wollte, erlebte er eine böse Überraschung. In dem Behälter war lediglich ein Bündel schwarzes Papier.

Na ja, das darf man natürlich nicht tun, jemanden einfach so austricksen und 50 000 EURO stehlen – weil das Unrecht ist! – Aber mal ehrlich; irgendwie muss man doch ganz schön weit weg vom wirklichen Leben sein, wenn man Leuten solch eine Geschichte abkauft. Ich bin mir sicher, Sie würden sich auf ein derart windiges Geschäft nicht einlassen.

Der Geldwechseltrick

Mal ehrlich, Sie haben bestimmt auch schon einmal vor der Situation gestanden, dass Sie für einen Automaten eine Ein-Euro-Münze benötigten, in Ihrem Portemonnaie aber nur ein Zwei-Euro-Stück war. Schnell findet sich ein hilfsbereiter Passant der das Problem für Sie löst. Dass so ein Geldwechselgeschäft für den Helfer ins Auge gehen kann, zeigen viele Fälle in unserem Land.

Erwischt hat es in Ascherlsleben, Köhten, Wittenberg und Zeitz Kunden von Supermärkten und in Magdeburg Passanten in der Nähe eines Parkautomaten. Die Masche ist immer dieselbe nur die Legenden der Täter variieren. In der Nähe von Einkaufzentren werden Kunden angesprochen und gebeten, eine Zwei-Euro-Münze zu wechseln, weil man für den Einkaufskorb ein Ein-Euro-Stück benötige. Ähnlich sieht es in der Nähe von Parkautomaten aus, weil für den Automaten 50 Cent reichen. Wer zu den hilfsbereiten Mitbürgern zählt, zögert nicht sein Portemonnaie zu zücken und nach Wechselgeld zu schauen. Genau das nutzen gewiefte Trickdiebe aus, um an Ihr Geld zu kommen. So wie Sie das Portemonnaie öffnen, rückt der vermeintlich „Hilfsbedürftige“ Ihnen förmlich auf die Pelle, wirft Ihnen schon mal das Ein- oder Zwei-Euro-Stück in das Kleingeldfach Ihrer Geldbörse und stochert mit seinem Zeigefinger darin herum, um Ihnen angeblich beim Suchen des Wechselgeldes Behilflich zu sein. Durch diese überraschende Aktion, die meist mit einem Wortschwall und der extrem unüblichen Körpernähe verbunden ist, bemerken die Betroffenen meist nicht, wie der Fremde das vorhandene Papiergeld zwischen Ring- und kleinem Finger einklemmt und aus der Geldbörse zieht. Das Fehlen des Geldes wird oft erst später festgestellt.

Die Schlussfolgerung aus dieser Erkenntnis ist zwangsläufig: Hören Sie auf hilfsbereit zu sein! – NEIN, bitte nicht. Unser Miteinander hat Hilfsbereitschaft dringend nötig. Schätzen Sie kritisch von Fall zu Fall ein, ob Sie dadurch eventuell zum Opfer werden könnten. Im Zweifel lehnen Sie einen Geldwechsel ab. Entscheiden Sie sich doch dafür, dann öffnen Sie Ihr Portemonnaie an der dem Fremden gegenüber abgewandten Körperseite. Sollte er die Distanz zu Ihnen verringern, dann fordern Sie ihn lautstark auf Abstand zu halten. Wer wirklich Geld gewechselt haben will, der wird mit Abstand darauf warten, bis Sie ihm das Wechselgeld übergeben.

E-Mail über Steuerrückerstattung ist Fälschung

Heute ist sie auch bei mir gelandet, die freudespendende E-Mail des Bundeszentralamtes für Steuern, in der mir mitgeteilt wurde, dass ich Anspruch auf eine Rückzahlung von 232,81€ habe. Da ich aber mit einer gesunden Portion Misstrauen ausgestattet bin, habe ich nicht, wie aufgefordert, den „Weiter“-Button angeklickt – und das war gut so.

Die täuschend echt aussehende Mail wurde millionenfach verschickt. Ausgestattet mit Bundesadler und dem seriös wirkenden Schriftzug „Bundeszentralamt für Steuern“, neben dem auch noch das original Panoramabild der echten Internetseite platziert ist, wirkt diese Nachricht wie eine offizielle Mail. Stutzig wurde ich, weil die Nachricht „Von: Lothar Schirmer – An: Lothar Schirmer“ geschickt wurde.

Der Text: “Nach den letzten jährlichen Berechnungen Ihrer steuerpflichtigen Aktivitäten haben wir festgestellt, dass Sie Anspruch haben auf eine Steuerrückzahlung von € 232,81.

Bitte reichen Sie die Steuerrückerstattung Anfrage ein und gewähren Sie uns 3-5 Tage für die Verarbeitung.“ Wer bei dieser Aufforderung nicht widerstehen kann, landet auf einer gefälschten Internetseite in der Ihre IBAN und Ihre E-Mail-Adresse abgefragt werden. Ausgestattet mit diesen Daten können die Betrüger im Internet fleißig einkaufen, beliebige Kaufverträge abschließen und das, was sie sich an Paketstationen oder falsche Adressen schicken lassen, über Ihr Konto abrechnen. Keine guten Aussichten. Öffnen Sie diesen Link nicht und geben Sie keine Kontoverbindungen an. Das Bundeszentralamt weist ausdrücklich darauf hin, dass Steuerrückerstattungen nicht per E-Mail beantragt werden. Außerdem sollten bei Ihnen immer die Alarmglocken läuten, wenn eine vermeintliche Behörde von Ihnen per Mail Ihre Kontodaten abfragt. Schauen Sie sich den Absender genau an. Eine Mail von Ihnen an Sie geht nur, wenn Sie sie selbst abgeschickt haben. Rechtschreibfehler in der Betreffzeile oder im Text können genau so ein Hinweis auf eine gefälschte Mail sein, wie unübliche Anreden oder Links, die Sie auf gefälschte Seiten vermeintlich offizieller Einrichtungen oder Behörden führen. Um Klarheit über die vermeintliche „Rückerstattung“ oder ähnliches zu bekommen, öffnen Sie die Seite nie über den Link, der Ihnen per Mail gesendet wurde und recherchieren Sie ggf. im Netz nach Hinweisen auf Betrugshandlungen in dem konkreten Zusammenhang. Sollten Sie tatsächlich geschädigt worden sein, dann erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Homejacking – Alptraum am frühen Morgen

Den Morgen des 5. April wird ein Ehepaar aus Magdeburg nicht so schnell vergessen. In der Nacht war ein Einbrecher über die Terrassentür ins Haus gekommen, hat Geldbörsen mitgehen lassen, sich den Autoschlüssel geschnappt und ist mit dem Mercedes der Bewohner verschwunden.

Schon allein die Vorstellung, dass nachts, während man schläft, Fremde die Wohnung durchwühlen ist ein Alptraum. Wenn  dann noch neben dem „üblichen“ Diebesgut das Auto weg ist, wird die Katastrophe komplett. Homejacker werden diese besonders dreisten Diebe in Fachkreisen genannt. Häufig ist der Diebstahl des Autos nur ein „Nebenprodukt“ – der Schlüssel hing am Schlüsselbrett und warum das Auto nicht mitnehmen, wenn es doch so einfach ist?  Es gibt aber immer häufiger gezielte Angriffe auf meist hochwertige Fahrzeuge, insbesondere dann, wenn sie vor freistehenden Einfamilienhäusern in ruhigen Vierteln mit guter Autobahnanbindung geparkt werden. Bislang gibt es keine offiziellen Zahlen zum Homejacking, weil dieses Delikt in der Kriminalstatistik nicht gesondert erfasst wird. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) sind hauptsächlich besonders hochwertige Fahrzeuge betroffen. Genau so gut kann aber auch Ihr Kleinwagen verschwinden auch wenn er nur zum Abtransport des Diebesgutes dient. Die gute Nachricht: Ihre Kaskoversicherung, sofern sie eine Teilkaskoversicherung haben, kommt für den Diebstahl des Fahrzeuges auch bei Homejacking auf. Die Rennerei und der damit verbundene Ärger bleiben Ihnen aber nicht erspart.

Wirkungsvollen Schutz vor Homejacking bietet eine gute mechanische Sicherung, ergänzt durch eine Einbruchmeldeanlage. Aber das ist eine komplexe Aufgabe, die ich hier nicht beschreiben will. Was Sie sofort machen sollten ist, den Aufbewahrungsort für Ihren Autoschlüssel zu verändern. In der Regel liegen Schlüssel, Geldbörsen und Papiere in der Handtasche, die am Kleiderhaken im Hausflur hängt oder alles wird auf einem Sideboard, bestenfalls in der Sideboardschublade im Flur verstaut. Das wissen auch die Täter.

Meine Herren, machen Sie es sich zur Gewohnheit diese Dinge z.B. in einem kleinen Körbchen abzulegen, das Sie nachts mit ins Schlafzimmer nehmen. Die Damen sollten dasselbe mit ihrer Handtasche tun.

Überzeichneter Verrechnungsscheck

Der Frühling ist da und mit dem Anstieg der Temperaturen wird auch unser Bundesland interessant für Urlauber aus anderen Ländern. Das außergewöhnliche Zahlungsmethoden da durchaus von Betrügern benutzt werden, kann zur bösen Falle werden.

Der Vermieter einer Ferienwohnung im südlichen Sachsen-Anhalt erhielt vor einigen Wochen eine Buchungsanfrage aus Großbritannien  für sein Urlaubsobjekt. Als Vorauskasse für drei Wochen Urlaub bekam er einen Scheck von über 9.000 € geschickt. Ein Versehen, wie der Absender per Mail mitteilte, verbunden mit der Bitte, den überschüssigen Betrag zurück zu überweisen. Ein Trick, auf den der Vermieter nicht rein fiel. Andere hatten weniger Glück.

Die Varianten, mit denen diese spezielle Betrugsmasche mit dem überzeichneten Verrechnungsscheck abläuft, sind vielfältig. Letztlich läuft es darauf hinaus, dass von einem ausländischen Kunden Interesse an einem Gegenstand oder einer Dienstleistung bekundet und als Bezahlung ein Verrechnungsscheck  übersandt wird. Auf diesem Verrechnungsscheck ist immer eine höhere Summe eingetragen als vereinbart. Per Mail informiert der vermeintliche Kunde zeitnah darüber, dass die Überzeichnung versehentlich passiert ist und bittet darum, den überzähligen Betrag per Western Union Bank an ihn zurück zu transferieren. Eine andere Legende läuft darauf hinaus, dass der überzeichnete Betrag auf das Konto eines Dritten als Aufwandsentschädigung überwiesen werden soll, weil dieser den Gegenstand (z.B. ein Auto) abholen soll. Die Schecks werden von der Bank angenommen, das Geld gutgeschrieben (man ist aber noch nicht verfügungsberechtigt) nach einigen Tagen bekommt man die Nachricht, dass der Scheck gefälscht oder nicht gedeckt ist und die Gutschreibung wird zurückgenommen. Zwischenzeitlich erfolgte der Transfer des überzeichneten Betrages per Western Union… und das Geld ist weg.

Mein Tipp: Lassen Sie sich nicht auf eine Zahlung per Verrechnungsscheck ein. Bestehen Sie auf Anzahlung per Überweisung auf Ihr Konto. Da ist die Chance, dass die Gäste auch wirklich Interesse an Ihrem Objekt haben, wesentlich größer.

Betrügerische Teppichhändler

Sie tauchen immer wieder mal an der Haustür auf, die Teppichhändler, die redegewandt, mit Charme und vermeintlichem Sachverstand ihre Opfer dazu bringen, viel Geld für minderwertige Ware hin zu legen.

Betroffen war unlängst eine Frau, die ihr gesamtes Sparguthaben eingebüßt hat. In einem Telefongespräch bezog sich ein Mann auf eine Türkeireise, die sie vor zwei Jahren gemacht hatte. Während der Reise wurde von ihr auch eine Teppichknüpferei besucht. Allerdings hatte die Frau damals keinen Teppich gekauft. Der Anrufer bat darum, sie aufsuchen zu dürfen, weil er ihr als ehemalige Reiseteilnehmerin ein Sonderangebot machen wolle. Schon einige Stunden später standen zwei Männer vor der Tür, die angeblich Neffen eines Teppich-Großhändlers waren und boten ihr zwei vermeintlich gute Teppiche zum angeblich halben Preis für 3500 EURO an. Mal abgesehen davon, dass die Frau gar nicht den Platz für beide Teppiche hatte, ließ sie sich auf das Geschäft ein.

Bei einem Tässchen Kaffee erzählten die „Teppichspezialisten“, dass sie für die Auslösung eines Teppichcontainers beim Zoll 7500 EURO benötigen würden. Falls die Frau bereit wäre dieses Geld als Darlehn vorzuschießen, würden sie ihr als Sicherheit zwei weitere, hochwertige Teppiche hier lassen. Der südländische Charme der Beiden muss die Frau wohl so betört haben, dass sie sich auf diese Aktion einließ.

Was dabei heraus kam, kann man sich an den zehn Fingern abzählen. Die Herren ließen sich nie wieder sehen. Dafür hatte die Frau jetzt vier Teppiche, deren Gesamtwert auf  schmale 1150 EURO geschätzt wurde. Schade nur, dass sie dafür insgesamt 11 000 EURO bezahlt hat.

Ich kann Ihnen nur von solchen Haustürgeschäften abraten. Kaum Jemand ist in der Lage, den tatsächlichen Wert dieser Ware abzuschätzen und der Gewinner ist in der Regel der Verkäufer.

Die Mail vom BKA

Der E-Mail-Postkasten gehört schon fast in jeden Haushalt. Bekommt man über den echten Briefkasten Post ungewollte Post, dann landet die schnell in der Papiertonne, ohne Schaden anzurichten. Anders sieht das häufig mit E-Mails aus, deren Anhang eine echte Gefahr darstellen kann.

Hatten Sie schon mal mit der Polizei zu tun? Ich meine jetzt nicht als Beteiligter eines Verkehrsunfalls oder als Geschädigter bei einem Einbruch. Nein, so richtig als Beschuldigter.

Als einer, gegen den Ermittlungen wegen des Verdachts einer Straftat laufen. Na gut, aus 40 Jahren Berufspraxis bei der Kripo weiß ich, dass es da Leute gibt, die einschlägige Erfahrungen auf diesem Gebiet haben aber der Normalbürger reagiert doch eher mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, wenn er erfährt, dass gegen ihn ermittelt wird. Und genau dieses Gefühl vermittelte eine E-Mail mit dem Absender „Bundeskriminalamt“ kurz „BKA“ bei unzähligen Internetnutzern. Die Botschaft in dieser Mail war kurz aber heftig.

Unter Betreff stand: „ Ermittlungsverfahren Nr. 5683….“ – und der Verweis, dass eben dieses gegen den Empfänger eingeleitet wurde und nähere Angaben dazu im Anhang zu finden sind.

Na ehrlich, da kann man schon unruhig werden und einfach mal den Anhang öffnen. Genau das sollten Sie aber nicht tun. Im Anhang befindet sich ein so genannter Trojaner, also ein Virus, der sich in die Dateien Ihres PC einnistet und dann Außenstehenden einen Zugriff auf Ihre Daten ermöglicht 0der ganz einfach Ihr Betriebssystem lahm legt. Und Sie können mir glauben, so etwas würde das BKA nie tun. Da sind also Ganoven am Werke, die an Ihre Passwörter kommen wollen, um damit Betrügereien im großen Stil zu starten. Grundsätzlich sollten sie sich merken, dass man Dateien von unbekannten Adressaten nie öffnen soll und das auch nicht, wenn diese Absender sich einen scheinbar seriösen Tatsch verpassen. Was das BKA betrifft, da kann ich Ihnen versichern, dass die Ihnen eine solche Hiobsbotschaft nie per Mail schicken würden. Die bemühen dafür die Post oder klopfen in dringenden Fällen schon mal persönlich an.

Die üble Masche mit der PIN

Diebe nehmen alles mit, was leicht zu transportieren ist und sich gut in bares Geld umsetzen lässt. Betrüger wollen möglichst direkt an Ihr Geld und wenn das nicht bar zu haben ist, wählen sie gern den Umweg über Ihre EC-Karte.

Frau F. aus Tangermünde staunte nicht schlecht, als sie einen Anruf von ihrer Bank bekam. Eine freundliche Frauenstimme teilte ihr mit, dass gerade ein Polizeibeamter bei ihr sei, der ihre EC-Karte vorweise. Nach seinen Angaben hat die Polizei diese Karte bei der Durchsuchung eines Taschendiebes entdeckt.

Von dieser Nachricht geschockt schaute Frau F. sofort in ihrer Handtasche nach und siehe da, das Portemonnaie nebst EC-Karte fehlte. Sichtlich erleichtert teilte ihr die Bankangestellte mit, dass es dann ja gerade noch Zeit ist, Schaden zu verhüten. Um nun eventuelle schon vorgenommene Abbuchungen über die entwendete EC-Karte sperren zu können erfragte sie bei Frau F. die PIN.

Nun hatte aber Frau F. davon gehört, dass man Niemandem, nicht einmal seiner Bank, die Geheimnummer verraten solle. Und eben diese Bedenken teilte sie der Anruferin mit. Die wiederum lobte sie für die Aufmerksamkeit, beschwichtigte sie aber gleichzeitig, denn es sei ja ein Kriminalbeamter bei ihr. Selbiger übernahm dann auch den Telefonhörer, stellte sich ordentlich vor, zerschlug die Bedenken von Frau F. und …… bekam die PIN.

Na ja, das war’s dann auch. Hinter der Bankangestellten und dem vermeintlichem Kriminalisten verbargen sich Trickdiebe, die der Frau kurz zuvor beim Einkauf das Portemonnaie aus der Tasche entwendet hatten. Im Portemonnaie fanden sie einen Taschenkalender mit Namen, Anschrift und Telefonnummer von Frau F und so nahm die Geschichte ihren Lauf. Mit der PIN hatten Täter nun die Möglichkeit sich einen schönen Batzen Bares vom fremden Konto zu holen.

Was lehrt uns das? Auch wenn die Legende, die Sie hören noch so glaubwürdig klingt, lassen Sie sich nicht davon beeinflussen und leiben sie konsequent dabei: Verraten Sie Niemandem Ihre PIN.

Der Heiratsschwindler

Wenn Gefühle im Spiel sind, tritt rationelles Denken oft in den Hintergrund. Geht es um das Thema Liebe, ist dieser Verdrängungseffekt besonders stark. Genau das nutzen Betrüger schamlos aus.

Sie haben schon in Literatur und Film eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt, die Heiratsschwindler alter Schule. Und die Art, wie selbst schwer gebeutelte Frauen bei Gerichtsverhandlungen Verständnis für die Herzensbrecher mit dem gestörten Verhältnis zum Eigentum ihrer Partnerinnen aufbringen, lässt Unbeteiligte oft nur mit dem Kopf schütteln.

Die Kategorie der Heiratsschwindler geht mit der Zeit und ein besonders „fleißiger“ Vertreter ihrer Zunft hat das Internet für sich entdeckt und über eine Kontaktbörse seinen Charme bei vielen Frauen spielen lassen. Der Mann, der sich als gut deutsch sprechender Tscheche ausgab, schaffte es doch tatsächlich Chatpartnerinnen davon zu überzeugen, dass er nach Deutschland kommen und sie heiraten würde.

So überredete er eine 32jährige, 3000 EURO über die Western Union Bank nach Prag zu transferieren, um alle amtlichen Hürden für eine Übersiedlung und eine glückliche gemeinsame Zukunft zu überwinden. Das alles, ohne dass je ein persönliches Treffen stattgefunden hat. Unglaublich aber wahr. Das Geld war weg und von dem potentiellen Verlobten hörte sie nie wieder etwas. Den Täter zu finden dürfte einigermaßen schwierig sein, denn das von ihm gesandte Foto zeigt einen unbekannten, aus verständlichen Gründen gut aussehenden Mann und bei einem Transfer von Geld über die Western Union Bank gibt es kein Konto über das man den Übeltäter ermitteln könnte.

Ich schätze, dass er mit seinen einfühlsamen E-Mails noch viele einsame Frauenherzen erweicht und so eine Menge Geld ergaunert hat. Sie sollten bei Partnerschaftsbörsen immer erst den direkten Kontakt suchen, bevor Sie Ihr Herz verschenken. Und was Ihr Geld betrifft, das sollten Sie auch wenn Sie die Zweisamkeit durch eine rosarote Brille genießen, stets gut im Auge behalten.

Taschendiebe in Aktion

168.142 Taschendiebstähle wurden 2015 in Deutschland angezeigt, gut 7% mehr als im Vorjahr und für 2016 sieht es nicht so aus, als würde der Trend rückläufig sein. Allein im Jahr 2015 entstand durch Taschendiebstahl ein Schaden von 50,8 Millionen Euro.

Wenn Sie nicht dazu beitragen wollen, das diese Sorte von Trickdieben in diesem Jahr noch mehr Erfolg haben, sollten Sie gerade jetzt besonders auf Ihr Portemonnaie oder Handy achten. So sicher, wie jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit das große Einkaufen beginnt, nimmt auch jährlich die Aktivität der Taschendiebe zu. Je mehr Geld und Kreditkarten die Leute in den Taschen habe und je dichter das Gedränge ist, umso attraktiver ist das Geschäft dieser Gauner. Große Warenhäuser, Supermärkte und natürlich die Weihnachtsmärkte sind ihre Tummelplätze.

Taschendiebe arbeiten meist im Team. Ihr Prinzip ist die Ablenkung und Ihre Opfer sind Menschen, die es ihnen leicht machen an die Beute zu kommen. Da bleibt Jemand an der Rolltreppe plötzlich stehen, so dass Sie auflaufen und der Mann hinter ihnen zwangsläufig Sie anrempelt. Das reicht aus, um unbemerkt das Portemonnaie aus Ihrem Rucksack zu entwenden. Zwei junge Leute geben vor Selfies für ein Medienprojekt fertigen zu wollen. Während Sie, eng neben der „Fotografin“ in die Kamera lächeln, zieht ein Komplize das Portemonnaie aus Ihrer Handtasche oder entwendet den hinter Ihnen abgestellten Koffer.

Das sind nur zwei von unzähligen Ablenkmethoden, mit denen Trickdiebe Erfolg haben. Damit Sie nicht zu den Bestohlenen gehören, sollten Sie wachsam sein:

  • Bewahren Sie Geld, Kreditkarten oder Papiere möglichst in verschlossenen Innentaschen Ihrer Kleidung auf.
  • Bargeld und EC- oder Kreditkarten getrennt aufbewahren.
  • Brustbeutel oder Gürtel eignen sich besonders gut, weil die Taschendiebe keinen direkten Zugriff haben.
  • Achten Sie auch darauf, dass Ihre Handtasche stets geschlossen ist und klemmen Sie sie möglichst unter den Arm.
  • Geldbörsen gehören nicht in den Rucksack.
  • Sie sollten auch nie die Handtasche oder Geldbörse neben sich ablegen, wenn Sie bezahlen oder Ihre Ware verstauen.
  • Zur Schadensbegrenzung: Nur so viel Bargeld mit sich führen, wie man voraussichtlich benötigt.
  • Nie die PIN-Nummer auf einem Zettel notiert bei sich führen.

 

 

Abzocke mit Behindertenware

Alle Jahre wieder in der Vorweihnachtszeitz ist es so weit. Spendenorganisationen und solche, die sich dafür halten, appellieren an unser schlechtes Gewissen. Die Spendenbereitschaft ist groß, doch wem kann man vertrauen?

Zum Jahresende landen regelmäßig unaufgefordert Postwurfsendungen mit Postkarten von Mund- und Fußmalenden Künstlern in den Briefkästen. Ein Überweisungsbeleg in Höhe von 9,95€ liegt gleich dabei. Da macht sich Unsicherheit breit. So ein Schuldgefühl sagt einem, dass man das dann auch bezahlen muss … oder man fragt sich, ob man die Karten eventuell zurück schicken sollte.

Die Originale der Drucke auf den Postkarten werden tatsächlich von behinderten Künstlern hergestellt. Sie verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Die Unternehmen, die diese Karten vertreiben sind aber in der Regel nicht, wie suggeriert wird, Hilfswerke, sondern rein kommerzielle Unternehmen. Von den geschätzten dreistelligen Millionensummen, die sie jährlich einnehmen, bekommen die Künstler nur eine Bruchteil. Sie sollten wissen, dass unbestellte Zusendungen von Behindertenwaren geringen Wertes nicht bezahlt, aufbewahrt oder zurückgesandt werden müssen.

Meine Empfehlung: Informieren Sie sich, bevor Sie spenden. Im Zweifel hilft eine Einschätzung des Deutschen Zentralinstitutes für soziale Fragen (DIZ). Das DIZ vergibt ein so genanntes „Spenden-Siegel“ an alle gemeinnützigen Organisationen, die sich einer freiwilligen Prüfung unterzogen haben. Die aktuelle Liste der Organisationen, denen das DIZ-Spenden-Siegel zuerkannt wurde, finden Sie unter www.diz.de.

Leuten, die Ihnen an der Haustür Behindertenware anbieten, sollten Sie mit Misstrauen begegnen. Behindertenwerkstätten bieten ihre Waren, wie Spielzeug, Weihnachtsschmuck oder andere Handarbeiten nicht an der Haustür an. Dafür gibt es spezielle Werkstattläden oder Basare. Die Bundesvereinigung Lebenshilfe bietet diese Waren auch in einem Katalog an, der kostenlos angefordert werden kann. Etwas anders sieht es bei Blindenware aus. Die Artikel sind mit dem geschützten Zeichen für Blindenware – zwei Hände, die nach der Sonne greifen – gekennzeichnet. Es handelt sich dabei meist um Bürsten, Besen, Matten, Flecht-, Web-, Strick- Knüpf- und Häkelwaren, kunstgewerbliche Töpfer- und Keramikwaren oder Federwäscheklammern. Die Verkäufer können einen Blindenwarenvertriebsausweis vorlegen. Dieser ist braun und mit Namen und Passbild des Verkäufers versehen. Lassen Sie sich zusätzlich den Personalausweis zeigen. Betrüger haben so bei Ihnen keine Chance.

Kleine Läden im Visier

Geht es Ihnen auch so, dass Sie den Arbeitsplatz in einem oder sogar Ihrem kleinen Geschäft oder Ihr Büro in einem kleinen Unternehmen ein bisschen wie Ihr Zuhause ansehen? Dieses „Wie-Zuhause-Fühlen“ heißt, man denkt gar nicht daran, dass dort Jemand erscheinen könnte und einfach mal so Dinge mitnimmt, die ihm nicht gehören.

Trickdiebe der übelsten Art haben in ganz Sachsen-Anhalt in letzter Zeit gerade in diesem Umfeld ihr Unwesen getrieben. Ende Oktober tauchte in einem Frisörladen in Leuna ein Mann auf, der sich nach dem Preis für einen Haarschnitt erkundigte. Während des Gesprächs verdeckte er einen Teil des Tischs im Kassenbereich mit einem Bogen Papier. Weil ihm angeblich der Preis zu hoch war, verließ er den Laden mit dem Blatt Papier und dem darunter befindlichen Smartphone der Frisörin.

Am 2. November gegen 15:15Uhr betrat ein Unbekannter einen Frisörladen in der Hallstraße in Stendal, ging schnurstracks in die kleine Personalküche und war sofort wieder weg, ehe die verdutze Frisörin realisierte, was dort gerade geschah. Mit dem Mann verschwand auch das in der Küche abgelegte Handy.

Ähnlich dreist ging es zwei Stunden später in einer Boutique in Gardelegen zu. Hier betraten zwei Männer das Geschäft. Einer ließ sich von der Inhaberin beraten, der zweite ging in den Personalaufenthaltsbereich. Die Inhaberin forderte ihn sofort lautstark auf, den Raum zu verlassen – was er auch tat. Da hatte er allerdings schon das iPhone der Boutiquebesitzerin eingesteckt und ist mit der Beute verschwunden.

Drei Bespiele von vielen, die Sie anregen sollten, über Ihre Gewohnheiten am Arbeitsplatz nachzudenken. Bewahren Sie Hand- und Aktentaschen, in denen sich persönliche Wertgegenstände befinden möglichst in verschließbaren Schränken auf. Lassen Sie Handys, Portemonnaies oder Autoschlüssel nicht frei zugänglich herumliegen oder in Jackentaschen, die frei erreichbar sind. Verschließen Sie möglichst Nebenräume und achten Sie darauf, dass Unbefugte sie nicht ohne weiteres betreten können. Die Beispiele zeigen, dass sie im Ernstfall gar nicht so schnell reagieren können, wie Trickdiebe mit Ihrem Eigentum verschwunden sind. Und noch etwas: rufen Sie sofort die Polizei über 110 an, geben Sie Personenbeschreibungen und Hinweise zum Fluchtweg oder Fluchtfahrzeug durch.

 

 

Schlagen Sie Alarm

In Sachsen-Anhalt sind im Jahr 2015 Täter in 2.795 Fällen in Wohnungen oder Wohnhäuser eingedrungen. Allerdings blieben Ihre Handlungen in 1.183 Fällen im Versuch stecken. Ein deutliches Zeichen dafür, dass man sich gegen Einbrecher schützen kann.

Ein Einbruch in den eigenen vier Wänden bedeutet für viele Menschen einen großen Schock. Dabei machen den Betroffenen die Verletzung der Privatsphäre, das verlorengegangene Sicherheitsgefühl oder auch schwerwiegende psychische Folgen häufig mehr zu schaffen, als der rein materielle Schaden.

Alarmanlagen schützen Ihr Haus und können im Notfall einen Überfall schnell melden. In Wohnungen und Wohnhäusern kommen überwiegend Einbruchmeldeanlagen (EMA) zum Einsatz. Sie sollten immer als Ergänzung einer guten mechanischen Sicherung installiert werden, weil die meisten EMA einen Einbruch nicht grundsätzlich verhindern, sondern ihn nur melden. Dies sollte aber idealerweise schon beim Aufbruchsversuch, bevor die mechanische Sicherung überwunden wird, geschehen.

Um Fehlalarme zu verhindern, sollten Sie sich möglichst durch neutrale Fachleute beraten lassen. Häufig entscheiden die Kosten darüber, ob eine Alarmanlage installiert wird oder nicht. Eine Alternative ist die Installation einer drahtlos funktionierenden Anlage, die erweiterungsfähig ist. Sichert man zuerst die Einbruchsschwerpunkte wie die Terrassentür, das hintere Fenster oder Nebeneingangstüren, kann man später unkompliziert erweitern.

Ein Unternehmen aus Gommern hat eine Alarmanlage entwickelt, die über die Funktionen herkömmlicher Anlagen hinaus wichtige Informationen zum Wiederfinden des Diebesgutes und der Ermittlung des Täters liefert. Das ALARMTAB, so die Bezeichnung, lässt beim Einbruch, nach der Sofortmeldung auf das Smartphone des Hausbesitzers, im Haus ein Programm ablaufen, welches den Täter unter Druck setzt und zum schnellen Verlassen des Objektes nötigt. Die Alarmzentrale selbst, die wie ein herkömmliches Tablett aussieht, wird dabei als lohnendes Diebesgut angeboten. Über sie werden Fotos vom Täter übermittelt und sein aktueller Standort sekundenschnell festgestellt. Die Anlage gibt es mit vielen Optionen und ist, weil man bei Bedarf in die Wohnung schauen und auch reinhören kann, bevor man die Polizei informiert, nahezu „falschalarmfrei“. Bei Fragen schreiben Sie an ratgeber@volksstimme.deKennwort: Schlagen Sie Alarm!

Und plötzlich war das Auto weg

Da denkt man schon, man ist im falschen Film, wenn man sieht, wie einem das eigene Auto vor der Nase geklaut wird und ein Unbekannter mit dem guten Stück einfach so davon fährt.

Genau diese Szene erlebte eine Frau in einem kleinen Ort nahe der Landeshauptstadt. Vor ihren Augen stieg eine fremde Frau in das Fahrzeug, startete den Motor und fuhr über die B1 in Richtung Magdeburg. Schnell informierte die Bestohlene die Polizei und die leitete umgehend eine Fahndung ein. Mit Funkstreifenwagen und einem Hubschrauber wurde nach dem entwendeten Auto gesucht. Mit Erfolg. Das Fahrzeug wurde in der Nähe eines Fitnesscenters entdeckt und Polizeibeamte fanden auch die Diebin. Die 40-Jährige war gerade dabei etwas für ihre Kondition und gegen überflüssige Pfunde zu tun. Nun ja, dieses Training musste sie unfreiwillig unterbrechen. Auf Befragen gab sie an, dass sie im Besitz des Zweitschlüssels für das gestohlene Auto ist. Einen Führerschein besaß sie nicht. Und tatsächlich war der Eigentümerin vor einige Zeit der Schlüssel abhanden gekommen. Wie die dreiste Diebin in den Besitz des Schlüssels gekommen ist musste noch geklärt werden.

Tatsächlich spielt oft leichtsinniger Umgang mit Fahrzeugschlüsseln beim Diebstahl von PKW eine Rolle. Da werden die Schlüssel unbeaufsichtigt in Büroräumen auf den Tisch gelegt, in frei zugänglichen Taschen aufbewahrt oder sie liegen zuhause liege, für jeden Besucher sichtbar, im Flur auf einer Ablage. Der Klassiker ist aber das Aufbewahren von Schlüsseln in Jacken- oder Manteltaschen, die in einer Gaststätte am Garderobenhaken hängen. Leute mit einem gestörten Verhältnis zum Eigentum Anderer tasten schnell mal die Kleidungsstücke an der Garderobe ab und schon ist der Autoschlüssel weg. Der Dieb braucht dann nur noch in der nähern Umgebung der Gaststätte ein paar mal den Schlüsselsensor betätigen und schon signalisieren ihm die Blinkleuchten eines Fahrzeuges, das es bereit ist, mit ihm davon zu fahren.

Also denken Sie daran. Den Schlüssel immer schön am Mann oder der Frau behalten. Wird ihnen das Auto gestohlen, weil sie leichtfertig mit dem Schlüssel umgegangen sind, zahlt die Versicherung nicht.