„EXPERTENTIPP – Polizei“ heißt meine Kolumne auf der Ratgeberseite der Volksstimme, in der ich immer wieder einmal über aktuelle Fälle aus Sachsen-Anhalt informiere und Tipps zur Kriminalitätsvorbeugung gebe.

Cartoons von Sven Kirchner

 

 

Nicht leichtfertig Geld verleihen

Ich will es mal so sagen: Wenn die junge Frau, von der ich Ihnen berichte, bei einer Versicherung arbeiten würde, …

 

… dann hätte sie mit Abstand die höchste Quote an abgeschlossenen Verträgen. Aber was macht diese Frau mit ihrer gottgewollten Gabe, Leute zu überreden Geld lockerzumachen? Sie begibt sich auf die schiefe Bahn und betrügt ohne Ende.

Ihr Einzugsgebiet erstreckt sich von der Schweiz bis nach Deutschland und die Opfer sind gestandene Menschen mittleren Alters genauso wie Rentner. Vielleicht half ihr bei ihrem schändlichen Tun auch ihr gutes Aussehen. Von allen Geprellten wurde sie als attraktive Mittdreißigerin mit langem schwarzen Haar und einer super Figur beschrieben.

Auf der Straße, in Einkaufszentren, Restaurants und Cafés sprach sie Personen an, spiegelte eine akute Notlage vor und bat um eine finanzielle Unterstützung. Da war die Rede von Mietschulden und der Drohung, sie würde mit ihren drei Kindern auf die Straße gesetzt werden, von einem Pfändungsbescheid, der – durch ihren geschiedenen Mann verursacht

– sie vor die Alternative setzte, zu bezahlen oder ins Gefängnis zu wandern, oder von einer dringenden Operation ihres Kindes. Bei einigen ihrer Opfer hielt der Kontakt über mehrere Tage, bis sie endlich bares Geld sah. Umgerechnet flossen insgesamt gut 114.000 Euro in ihre Tasche. Vor dieser zweifelhaften Erfolgsquote muss ich neidlos den Hut ziehen.

Ihnen kann ich nur empfehlen, sich die Leute, denen Sie finanziell helfen wollen, gut anzuschauen. Bevor Sie tief ins Portemonnaie greifen um zu helfen, sollten Sie sich die Personalien des Geldempfängers vom Personalausweis notieren und unbedingt einen Schuldschein unterschreiben lassen. Und bitte – das geht besonders an die Herren – behalten Sie einen klaren Kopf und hoffen Sie nicht auf besondere Zuwendungen solcher Damen. Nicht hinter jeder attraktiven Fassade verbirgt sich auch ein edelmütiger Kern.

 

 

Falsche Warnmeldungen – Corona

Krisenzeiten geben immer Anlass für Spekulationen und Panikmache. Zur Zeit landet in den Mailbriefkästen vieler User folgende Meldung:

 

WARNUNG! Es gehen teilweise Leute von Tür zu Tür, um vermeintlich Schutzmasken, im Namen der örtlichen Gemeindeverwaltung zu verteilen. Dabei wird man gebeten, die Masken anzulegen, um zu sehen, ob diese auch passen. Jedoch wurde der Mundschutz vorher mit Chemikalien besprüht, sodass man außer Gefecht gesetzt werden kann, um in der Folge bestohlen zu werden!“

Hört sich schlimm an, ist aber kein Grund zur Beunruhigung. Der Polizei sind keine derartigen Sachverhalte bekannt. Die geschilderte Geschichte ist frei erfunden und reiht sich ein in die Liste der modernen Sagen, auch „Großstadt Geschichten“ genannt. Vermeintlich wahre, spektakuläre Stories werden tausendfach als Kettenbrief per Mail versandt und verunsichern so zu unrecht viele Menschen.

Ähnliche Meldungen berichteten von drogengetränkten Visitenkarten, die auf Supermarktparkplätzen in der Seitenscheibe Ihres Autos stecken oder an Tankstellen verteilt werden, von HIV infizierten Spritzenkanülen die in Kinositzen stecken oder von Rauschgift getränkten Aufklebern, die von Drogendealern vor Kindergärten und Grundschulen an Kinder verschenkt werden.

Alles kein Grund in Panik zu verfallen, weil die Geschichten von vorn bis hinten erfunden sind.

Sie sollten diese und andere Meldungen, die unbekannter Herkunft sind und deren Wahrheitsgehalt nicht überprüft werden kann, nicht weiter leiten. Schieben Sie derartige Mails einfach in den Papierkorb. Tauchen tatsächliche akute Gefahren auf, werden Sie in den öffentlichen Medien darüber informiert.

 

Kredithaie auf Hausbesuch

„Brauchen Sie Geld? Entscheidung in 24 Stunden, ohne lästige Bankgespräche gleich aufs Konto“, so lautete der Text einer Werbeannonce, mit der ein Finanzbüro Kreditsuchende ansprach.

 

Interessenten bekamen auch prompt von einem Außendienstmitarbeiter Besuch. Der schilderte die Aussichten für eine Kreditvermittlung in den rosigsten Tönen und ließ die Geldsuchenden mehrere Schriftstücke unterschreiben, darunter eine sogenannte „Wirtschaftsanalyse“, die angeblich für die Kreditvermittlung notwendig sei. Das gute Stück allein kostete mehrere einhundert Euro. Betroffenen, die sich nach dem Geschäft in der Verbraucherzentrale erkundigten, wurde erklärt, dass dieses Pamphlet völlig wertlos sei.

Offensichtlich war die Kreditvermittlung, zu der es nach meinen Erkenntnissen nie kam, völlig nebensächlich. Bei den Kundengeschäften ging es einzig und allein um den Verkauf der teuren „Wirtschaftsanalyse“.

Wenn Ihre Hausbank einen Kredit ablehnt, dann ist ein Darlehn bei einem privaten Kreditvermittler immer ein unkalkulierbares Risiko.

Das sollten Sie wissen:

  • Unseriöse Vermittler versprechen vermeintlich schnelle und unbürokratische Hilfe.
  • Sie vergeben selber keine Kredite, reichen Anfragen lediglich an Banken weiter, was die Kosten erhöht – falls überhaupt einer gewährt wird.
  • Vertrauenerweckende Namen oder Verweise auf Mitgliedschaft in Verbänden sind kein Grund zu blindem Vertrauen.
  • Anspruch auf Vergütung besteht nur, wenn ein Darlehen tatsächlich genehmigt und ausgezahlt wurde.
  • Erstattung von „Auslagen“ sind nur berechtigt, wenn diese im Zusammenhang mit der Kreditvermittlung tatsächlich entstanden sind. Kosten für Hausbesuch gehören nicht dazu.
  • Wenden Sie sich im Zweifelsfall an die Verbraucherzentrale oder schon im Vorfeld an eine Schuldnerberatungsstelle.
  • Wurden Sie Opfer eines Betruges, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

 

 

Falsche Mitarbeiter vom Gesundheitsamt – Corona

Jetzt klingeln sie sogar an der Haustür, die Betrüger, die mit der Corona-Krise ihre Chance sehen, ahnungslose Mitmenschen um ihr Gut und Geld zu bringen.

 

Ausgestattet mit Mundschutz und Gummihandschuhen stellen sie sich als Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde oder des DRK vor und behaupten, dass sie beauftragt sind die Bürgerinnen und Bürgern zu Hause auf das Coronavirus zu testen. Wer diese Leute ins Haus lässt wird nie erfahren, ob er infiziert ist. Dafür wird er nach dem Besuch der vermeintlichen Tester feststellen, dass dies und das aus der Wohnung fehlt.

Mir sind bisher in Sachsen-Anhalt keine Fälle bekannt, bei denen die Betrüger ins Haus gelassen wurden – und das sollte so bleiben.

Sie sollten wissen, dass echte Mitarbeiter von Gesundheitsämtern keine Tests zu Hause durchführen. Unabhängig davon empfehle ich Ihnen immer erst durch ein Fenster oder den Türspion zu schauen, wer da bei Ihnen klingelt. Behauptet jemand einen Coronavirustest durchführen zu müssen, rufen Sie die Polizei über 110 an, bevor sie die Fremden ins Haus lassen.

Falsche Mitarbeiter vom Amt, falsche Polizisten, Handwerker, Versicherungsvertreter u.s.w. können Sie leicht erkennen, wenn Sie sich deren Dienst- oder Betriebsausweis zeigen lassen, das Foto mit der Person vergleichen, die da vor Ihnen steht und sich den Namen merken.

Weil diese Dokumente gefälscht sein können, bitten Sie den Besucher Ihnen zum Namensvergleich seinen Führerschein den oder Personalausweis zu zeigen … oder sie sagen einfach, dass Sie erst einmal ein Foto von dem Besucher und seinem Ausweis machen wollen.

Sie werden sehen, wie schnell sich da die Falschen aus dem Staub machen – und das ist dann ein Grund die 110 anzurufen.

 

Neuer Enkeltrick mit Coronavirus

Betrüger finden immer wieder neue Legenden, um ihren Opfern Geld abzuknöpfen, deshalb ist es nicht verwunderlich, dass der erste Betrugsversuch im Zusammenhang mit dem Coronavirus bekannt wurde.

 

Betroffen war eine Frau aus dem Brandenburgischen. Wir haben zwar aktuell in Sachsen-Anhalt noch keinen bestätigten Corona-Fall aber genau so gut wie das Virus uns ereilen kann, kann auch die Betrugsmasche in unserem Land auftauchen. In beiden Fällen ist Prävention angebracht.

Bei dem bekannten Fall hat sich bei einer Rentnerin telefonisch ein Mann als angeblicher Enkel gemeldet. Er teilte seiner „Oma“ mit, dass er am Coronavirus erkrankt sei und für die Behandlung dringend 20.000 € benötige. Die Frau erkannte die betrügerische Masche des Anrufers, legte auf und erstattete Anzeige bei der Polizei.

Sie sollten wissen, dass lebensnotwendige ärztliche Behandlungen in Deutschland für die Patienten grundsätzlich ohne vorherige finanzielle Gegenleistung gewährt werden. Lassen Sie sich nicht zu Zahlungen jeglicher Art, für welche Zwecke auch immer, drängen.

Bei Anrufen von vermeintlichen Bekannten oder Verwandten, die mit Geldforderungen verbunden sind, sollten Sie den Betreffenden immer über eine Ihnen bekannte Telefonnummer zurückrufen oder mit anderen Personen über das Ereignis sprechen. Geben Sie nie Geld an Ihnen nicht bekannte Personen. Informieren Sie bei Betrugsversuchen unbedingt die Polizei.

 

 

Millionen für den guten Zweck?

Weihnachten ist die Zeit, in der wir alle besonders mildtätig und spendenfreudig sind. Deshalb glaubt so manch einer auch gern, dass besonders betuchte Fremde gerade ihn an ihrem Reichtum teilhaben lassen wollen.

 

Zur Zeit kursiert eine Mail, in der eine angebliche Marie Rosa Malachi nach einer hilfreichen, freundlichen Person sucht, die ihr Vermächtnis erfüllt. Die vom Schicksaal gebeutelte Frau Malachi schildert, dass nach dem Tod ihres Ehemannes ihr einziges Kind, der Erbe ihrer „zahlreichen Reichtümer“ verstorben ist. Da dies noch nicht genug Leid ist, setzt die Bedauernswerte noch einen drauf und teilt mit, dass sie an Krebs erkrankt sei und nur noch sechs Wochen zu leben habe. Ihr bisheriger Lebensinhalt, durch zahlreiche Spenden den Bedürftigen dieser Welt zu helfen, stehe nun vor dem Aus. Für ihr Ansinnen, ihren Reichtum weiterhin für die Armen und Notleidenden einzusetzen, suche sie einen liebenswerten Menschen, der diese Aufgabe für sie übernehme. Dafür würde sie 15,5 Millionen Dollar überweisen. Die einzige Bedingung: der Empfänger müsste eine Wohltätigkeitsstiftung auf den Namen ihres Mannes einrichten und das eingehende Geld sinnvoll einsetzen. Ach ja, da war noch etwas: 40% darf der potentielle Helfer für sich behalten …

Ich hoffe, dass keiner von Ihnen auf die Bitte der „Multimillionärin“ eingegangen ist. Wer sich darauf einlässt, der wird aufgefordert, ein extra Konto für den Geldtransfer einzurichten und die Kontodaten (nebst Zugangscode) zu übermitteln. Das allein ermöglicht dem Mailschreiber schon Geld in der Höhe des Überziehungskredites abzuzweigen. In der Regel geht das Spiel aber noch weiter. Für den angeblichen Geldtransfer werden Gebühren verlangt, um die Gemeinnützigkeit zu garantieren sind Vorauszahlungen für ein Zertifikat erforderlich, um grenzüberschreitende „Spenden“ in dieser höhe zu realisieren muss Geld in einen Sonderfond eingezahlt werden, und … und … und schon ist der Hoffnungsschwangere einige Tausend Euro los, bevor er bemerkt, dass er Opfer einer üblen Betrugsmasche geworden ist.

Reagieren Sie nicht auf eine derartige Mail. Öffnen Sie keine Anhänge, legen Sie die Mail in den Spam-Ordner und löschen Sie dann die Nachricht. Wer allerdings schon Geld investiert hat, sollte eine Anzeige bei der Polizei erstatten.

 

Wanderhandwerker zocken ab

Es sah nach einer günstigen Gelegenheit aus ein neues Schuppendach zu bekommen und gleichzeitig die alte Wellasbest-Abdeckung los zu werden. Am Ende des Geschäftes hatte der Mann aus Nienhagen ein abgedecktes Dach, Asbestplatten im Vorgarten und ein Minus von 10.000 € in seiner Haushaltskasse.

 

Offensichtlich polnische Wanderhandwerker boten dem 73jährigen im Oktober 2019 an, für 1.000€ sein Schuppendach neu zu decken und die in die Jahre gekommene Asbestabdeckung fachgerecht zu entsorgen. Noch bevor die Arbeiten beendet waren, forderten die fünf Männer der Dachdeckertruppe 10.000€ und erklärten unmissverständlich, dass die Arbeiten sonst nicht fortgeführt werden könnten. Von der Situation völlig überfordert zahlte der Senior. Kurz danach verließen die Fremden mit zwei Fahrzeugen, an denen polnische Kennzeichen waren, das Grundstück und kehrten nicht wieder zurück.

Die Methode ist nicht neu. Dachdeckerkolonnen ziehen in ländlichen Gebieten von Haus zu Haus und bieten das Reinigen des Daches, Reparaturarbeiten oder einfach nur eine Überprüfung des Dachstuhls zu einem günstigen Preis an. Unter den Wanderarbeitern, die in den zurückliegenden Jahren auch von den britischen Inseln kamen, gibt es zahlreiche schwarze Schafe. Das Prinzip ist immer dasselbe. Die Arbeiten beginnen sofort und in kurzer Zeit ist das halbe Dach abgedeckt. In dieser Situation wird dann festgestellt, dass die Reparaturen aus unterschiedlichen Gründen ein Vielfaches des vereinbarten Preises kosten würden. Zeigen sich die Auftraggeber nicht kooperativ wird schon mal ein rauer Ton angeschlagen und unmissverständlich erklärt, dass die Arbeiten abgebrochen werden. So manch ein Hausbesitzer gibt nach und zahlt, in der Hoffnung, dass die Arbeiten beendet werden. Haben die Betrüger das Geld, sind sie damit schnell verschwunden, ohne die verabredete Leistung zu bringen.

Sie sollten bei reisenden Handwerkern einiges beachten:

  1. Lassen Sie grundsätzlich Vorsicht walten. Im Fall einer Reklamation stehen diese Handwerker nicht mehr zur Verfügung.
  2. Fordern Sie ein schriftliches, verbindliches Angebot ein, das eine Preiserhöhung während der anstehenden Reparatur ausschließt.
  3. Lassen Sie sich die genaue Anschrift der Firma geben und den Ausweis des Verantwortlichen zeige (Namen notieren). Prüfen Sie im Internet oder lassen Sie sich Auskünfte über das Unternehmen von der Handwerkskammer geben.
  4. Sollten Sie mit überzogenen Forderungen konfrontiert werden oder die Handwerker setzen Sie mit Drohungen unter Druck, informieren Sie die Polizei über 110.
  5. Vermeiden können Sie all diese Probleme, wenn Sie sich von vornherein an regionale Handwerker wenden.

 

 

Das Zentrum für Scheckbuchungen

Ich will es gleich vorwegnehmen: Das ZSB oder „Zentrum für Scheckbuchungen“ existiert nicht als offizielle Behörde, auch wenn ein Logo, das dem Bundesadler ähnelt, auf dem Briefkopf prangt.

 

Suggeriert wird, dass ein Gewinn von 60.000 auf die Adressaten warte.

Die Chancen, diesen Gewinn zu bekommen, sänken rapide, sofern man seinen Gewinn nicht telefonisch anmeldet. Um die vermeintliche Seriosität des Unternehmens zu unterstreichen, verkündet ein dicker roter Stempelaufdruck: „Ausschüttung laut § 661 BGB gesetzlich garantiert“. Und tatsächlich besagt der § 661a BGB, dass der, der einen Gewinn verspricht,

diesen auch einlösen muss. So manch ein hoffnungsschwangerer Briefempfänger wird deshalb die angegebene 0900er-Nummer gewählt und für jede Minute des Gesprächs satte 2,99 Euro bezahlt haben.

Nur nichts übereilen! Lesen Sie sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die auf der Rückseite des Briefes stehen, genau durch. Hier steht eindeutig, dass es sich bei den 60.000, hinter denen bewusst keine Geldwertbezeichnung steht, nicht um Euro oder Dollar handelt, sondern um PUNKTE, nach denen der Empfänger einen Gewinn erhalten kann, der dieser Punktzahl entspricht. Wer also auf seinen Gewinn besteht, kann unter Umständen nach einem

Telefongespräch von 5 Minuten, das 14,95 Euro kostet, einen bunt umhäkelten Topflappen, Zwiebelschneider, Schirme, Olivenschiffchen oder ähnlich „wertintensiven“ Plunder bekommen.

Die gute Nachricht im konkreten Fall: Die Betreiber des Unternehmens mussten sich vor Gericht wegen gewerbs- und bandenmäßigen Betrugs sowie strafbarer Werbung verantworten und das Unternehmen schließen. Sie haben besonders ältere Menschen um mehr als 5 Millionen EURO geschädigt. Mit der gleiche Masche sind noch viele andere unterwegs.

Mitteilungen über vermeintliche Gewinne, bei denen keine konkrete Anschrift des Unternehmens mit Straße und Hausnummer sowie keine Festnetznummer (sondern nur eine gebührenpflichtige Hotline) angegeben ist, sind es nicht wert, dass Sie darauf reagieren.

 

Die Kette für die Geburtstagstorte

Schier unerschöpflich scheint der Erfindungsgeist bei Trickdieben zu sein. Diese Erfahrung mussten Juweliere im Raum Magdeburg machen.

 

 

Ein seriös wirkender Herr ließ sich zwei Goldketten zeigen und bekundete eine ernste Kaufabsicht. Bevor das Geschäft zustande kam, verließ er aber noch einmal den Laden. Angeblich wollte er sich um sich von einer Verwandten beraten lassen. Nach einer knappen Stunde war er zurück, entschied sich für eine der beiden Ketten und bat darum, sie in eine kleine, von ihm mitgebrachte Plastetüte zu stecken. Die Kette, so sagte er, solle in einer Geburtstagstorte versteckt werden. Er nahm die Tüte probeweise in die Hand, um zu testen, ob sie wirklich klein genug sei. Als es um die Bezahlung ging, stellte er überraschend fest, dass er nicht genügend Bargeld mit sich führte. Er legte die Tüte, in der sich die Kette befand, auf den Verkaufstisch und verschwand, um das restliche Geld zu holen.

Erstaunt über das abrupte Ende des Verkaufsgesprächs, nahm die Verkäuferin die Kette wieder aus dem Tütchen und staunte nicht schlecht, dass diese von dem vermeintlichen Kunden gegen eine ähnlich aussehende Billigkette ausgetauscht worden war. Schmuck im Wert von 3.000 Euro war da einfach mal so verschwunden.

Liebe Juweliere und Mitarbeiter in Schmuckläden, nicht alles, was über den Ladentisch geht, muss ein gutes Geschäft sein. Lassen Sie sich durch Sonderwünsche der Kunden nicht irritieren. Ein Verkaufsgeschäft sollte ganz normal durchgeführt werden. Für Extravaganzen ist nach dem Bezahlen immer noch Gelegenheit.

 

 

Dreiecksbetrug auf eBay

eBay gehört ohne Zweifel zu den beliebtesten Auktionsportalen im Internet. Wo viele Menschen kaufen und verkaufen, tummeln sich auch Betrüger. In zurückliegender Zeit wird die praktische, kostengünstige Plattform eBay-Kleinanzeigen mit dem sogenannten Dreiecksbetrug missbraucht.

 

In der Regel bekundet der Betrüger Interesse an einem angebotenen Gegenstand. Er verlangt die Bezahlung über Paypal, bittet aber um etwas Bedenkzeit. Diese „Bedenkzeit“ nutzt er, um selbst eine Anzeige für den angebotenen Gegenstand zu schalten. Es geschieht ein seltsamer Wandel von einem vermeintlich interessierten Käufer zu einem Verkäufer eines Artikels, den er gar nicht besitzt. Findet er einen Interessenten, dann sendet er diesem die Kontodaten des ersten Anbieters. Das scheinbar Erfreuliche an der Sache: Der ursprüngliche Anbieter erhält Geld für seinen Artikel. Der Haken: Nach Bestätigung des Geldeingangs sendet er den Gegenstand an die vom Betrüger angegebene Adresse, so dass der eigentliche Käufer ohne Ware bleibt.

Verwirrspiel auf Kosten des Verkäufers

Der Betrüger, der die Waren in der Regel an eine Briefkastenadresse mit fiktivem Namen für die Zusendung der Waren genutzt hat, verschwindet unerkannt. Zurück bleiben ein Verkäufer und ein Käufer, die nie einen direkten Kontakt miteinander hatten. Dass dieser Betrug letztendlich doch dem Verkäufer auf die Füße fällt, hat damit zu tun, dass der Käufer, bei dem die Ware nie angekommen ist, sein Geld von Paypal zurück fordern kann. Paypal holt sich das Geld allerdings vom eigentlichen Verkäufer, so dass der ohne Ware und ohne Geld bleibt.

Um nicht auf diese Betrugsmasche hereinzufallen, sollten Verkäufer immer die bei Paypal angegebene Adresse des Geldüberweisers mit der angegebenen Versandadresse vergleichen. Stimmen die Adressen nicht überein, empfehle ich einen Kontakt mit dem Überweiser aufzunehmen. Unabhängig davon sollte man den Zustand seiner Ware durch ein Foto dokumentieren, bevor sie auf die Reise geht und von der Post einen Versandnachweis ausstellen lassen. Um all dem Ärger aus dem Weg zu gehen kann man, wenn es örtlich möglich ist, den Artikel persönlich abholen lassen und nur gegen Bargeld heraus geben.

Sollten Sie einmal zu denen gehören, bei denen Dreiecksbetrüger Erfolg hatten, dann erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

 

 

Betrügerischer Arbeitsvermittler

Die gute Nachricht vorweg: Er sitzt hinter Gittern, der Betrüger, der seine Opfer unter den Arbeitslosen suchte und fand. 41 Jahre alt, halbwegs ansehnlich und sehr redegewandt zockte er Menschen ab, die dringend eine Arbeit suchten.

 

 

Ausgestattet mit Prospektmaterial eines Kaffeemaschinen-Herstellers und fingierten Hotel- und Mietwagenreservierungen,nahm er in Gaststätten und Cafés Kontakt zu Arbeitssuchenden auf. Der Diplom-Volkswirt ohne feste Anstellung stellte ihnen einen gut bezahlten Job nebst Dienstwagen und Laptop in Aussicht und schmeichelte bei den geschickt geführten Gesprächen dem Ego seiner Ansprechpartner so sehr, dass diese davon überzeugt waren, auch ohne Spezialkenntnisse einen Top-Verkäufer für Kaffeemaschinen abzugeben. Tauchten Zweifel auf, malte er die Gewinnchancen in so rosigen Farben, dass viele nicht widerstehen konnten und in das Geschäft einsteigen wollten.

Dann folgte die große Stunde des Betrügers. Für den Vertragsabschluss, Prospekt- und Schulungsmaterial würde das Unternehmen sorgen. Selbst das Auto würde – nach seinen Angaben – kostenlos gestellt, lediglich für den Laptop müsse eine Kaution von 550

Euro gezahlt werden. Es kam, wie es kommen musste: Das Geld wurde von den Arbeitssuchenden gezahlt, eine Quittung ausgehändigt und ein neuer Treff, bei dem alles Nötige übergeben werden sollte, ausgemacht.  Damit verabschiedete sich der vermeintliche Vertreter und ließ sich nie wieder blicken. Der Betrüger wurde ermittelt und sitzt seine Strafe im Gefängnis ab. Aber glauben Sie mir, von seiner Sorte gibt es noch so einige auf dieser Welt. Deshalb ist bei Geschäften mit Vorleistung immer Vorsicht angebracht.

 

  • Leisten Sie bei Stellenangeboten keine Vorauszahlung, egal ob es sich um Informationsmaterial, Visa-Kosten, Ausbildungszuschüsse oder Sicherheitsleistungen handelt.
  • Vorsicht ist auch geboten, wenn Sie erst eine Warengrundausstattung oder ein Arbeitsgerät kaufen sollen, bevor Sie im Unternehmen Ihr erstes Geld verdient haben.
  • Bei Stellenangeboten mit fantastischen Verdienstmöglichkeiten bei geringem Stundensatz ohne besondere fachliche Vorkenntnisse und einer nur vagen Beschreibung der Arbeit besteht kaum Hoffnung auf Seriosität.

 

Sie sollten sich merken: Wer Ihnen einen Job anbietet, will kein Geld von Ihnen. Wenn Sie Arbeit suchen, sollten Sie kein Geld bezahlen.

 

 

Falsche Bußgeldbescheide

Das Gefühl geblitzt worden zu sein, hat fast jeder Autobesitzer schon einmal durchlebt. Die Zeit danach ist oft von bangem Warten auf einen Bußgeldbescheid erfüllt. Dass man Bußgeldbescheide auch bekommen kann, ohne eine Verkehrsübertretung begangen zu haben, zeigen Fälle aus dem vergangenen Monat.

 

Besagte Bescheide werden per E-Mail verschickt. Sie suggerieren dem Empfänger, dass er eine Geschwindigkeitsübertretung begangen habe und nun zur Kasse gebeten wird. Die behördentypischen Formulierungen erwecken den Eindruck, dass es sich um ein amtliches Schreiben handelt. Vermeintlicher Absender ist der „Zentraldienst der Polizei“ oder die „Zentrale Bußgeldstelle“ der Polizei Brandenburg. In der Betreffzeile werden Formulierungen wie „Verstoßmeldung“ oder „Straf Benachrichtigung“, mit einer Buchstaben-Zahlenkombination, verwendet. (z.B. „Starf Benachrichtigung – 26HC5813“)

Wer sich das Schreiben genauer anschaut, findet schnell einige Ungereimtheiten. Der angegebene Ort der Verkehrsübertretung ist mit Sicherheit einer, an dem sich der Angeschriebene nie befunden hat und zur Zeit der vermeintlichen Geschwindigkeitsmessung waren Betroffene entweder zu Hause oder nachweislich an einem anderen Ort. In einigen Fällen ist sogar ein Datum, das noch in der Zukunft liegt, angegeben.

Im Text dieser Mail tauchen Rechtschreib- und Grammatikfehler auf, die einem Sachbearbeiter einer echten Behörde schnell zu einer Versetzung in den Hofdienst verholfen hätten.

Die Versender dieser Schreiben hoffen nicht auf eine Geldüberweisung. Ihr Ziel ist es, an die Daten auf Ihrem Computer zu kommen oder sie zu zerstören. In der Regel erfolgt das durch Öffnen von Anhängen, in denen Viren oder Trojaner sind, die ihr Werk beginnen, wenn man den Anhang öffnet. Bei den beschriebenen Bußgeldbescheiden wird ein Link angegeben, unter dem man angeblich Näheres zum Bescheid erfahren kann. Wer sich darauf einlässt, wird am Ende aufgefordert eine ZIP-Datei herunter zu laden. Wer dies tut, aktiviert einen Trojaner, der bisher nur von den wenigsten Antivirenprogrammen erkannt wird.

Meine Empfehlung: Ab in den Papierkorb mit der Mail, ohne etwas zu öffnen oder einen Link anzuklicken. Hier werden Namen und Wappen von Polizeidienststellen missbräuchlich verwendet. Die echte Polizei schickt Ihnen, schon aus rechtlichen Gründen, einen Bußgeldbescheid nur per Post. Außerdem ist Ihre E-Mailadresse bei der Behörde nicht gespeichert.

 

 

Betrüger Schröpfen Ärzte

Sie haben sich eine ganz spezielle Berufsgruppe ausgesucht, die Betrüger, die an unzählige Arztpraxen Schreiben verschicken. Was auf den ersten Blick aussieht als würde man Geld bekommen, erweist sich als fiese Betrugsmasche.

 

 

Die Schriftstücke, die angeblich von der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte (BfA) kommen und den echten Kopfbögen der BfA verblüffend ähnlich sehen, suggerieren den

Adressaten, dass zu viel Rentenversicherungsbeiträge eingezahlt wurden. Zur Rückzahlung des Geldes wird um Übersendung der Kontodaten nebst Praxisstempel und Unterschrift auf einem Fax gebeten. Eine böse Falle.

Wer die Daten übermittelt, gibt den Betrügern neben seinen Kontodaten auch noch die Möglichkeit, den Praxisstempel und die Unterschrift des Arztes für Betrügereien zu verwenden. Ausgestattet mit diesen Informationen, bestellen die Ganoven in großem Stil Heimelektronik, Schmuck und Fototechnik. Die Waren gehen an eine Postkastenadresse und werden von den Betrügern in Empfang genommen. Die Rechnung landet jedoch bei dem geprellten Arzt.

 

Liebe SprechstundenhelferInnen, tun Sie Ihrer Chefin oder dem Chef etwas Gutes. Prüfen Sie solche ominösen Schreiben genau und fragen Sie notfalls telefonisch bei der BfA nach. Bitte die Telefonnummer aus dem Telefonbuch suchen und nicht die, die auf dem Schreiben vermerkt ist, sonst könnten sie glatt bei den Betrügern landen und die werden Ihnen beim Augenlicht ihrer Kinder versichern, dass alles seine Richtigkeit hat.

 

 

Der Münzen-Trick

Hinweise von fremden Personen, die darauf aufmerksam machen, dass man etwas liegen gelassen oder verloren hat, gehören eigentlich zum guten Umgang miteinander. Dass solche Gesten auch gezielt eingesetzt werden, um andere zu bestehlen, ist kaum jemanden bekannt.

 

Kennen Sie den Münzen-Trick? Vielleicht nicht, denn der Name lässt nicht so leicht vermuten, was dahinter steckt. Eine Rentnerin aus Schelkau und ein Mann aus Papenburg könnten Ihnen ein Lied davon singen. Was die Rentnerin aus Sachsen-Anhalt um 1.000 Euro brachte, kostete den Geschäftsmann aus Niedersachsen satte 30.000 Euro. Beide Handlungen verliefen nach dem gleichen Muster. In einer Bank beobachtete ein Dieb, wie der Mann einen größeren Bargeldbetrag abhob und dieses Geld, in einem Briefumschlag verstaut, entgegennahm. Dieses Kuvert steckte er in seine äußere Manteltasche. Der Täter verfolgte ihn bis in eine Fußgängerpassage und warf ihm einige Münzen vor die Füße. Mit der Bemerkung: »Sie haben da was verloren«, machte er sein potentielles Opfer auf das Geld aufmerksam und zeigte sich sofort bereit, mit ihm gemeinsam das Geld aufzusammeln. Obwohl der Mann beteuerte, dass es nicht seine Geld sei, ließ sich der Fremde nicht beirren und steckte es ihm in die Manteltasche. Welchen Zweck diese scheinbar höfliche Geste hatte, bemerkte der Geprellte erst zu Hause: Das Kleingeld in seiner Manteltasche klimperte, der Umschlag mit den dicken Scheine aber fehlte.

Nicht jeder, der sich hilfsbereit gibt, ist auch anständig. Egal mit welcher Situation Sie in der Öffentlichkeit konfrontiert werden. Achten Sie darauf, dass Fremde Ihnen nicht zu nahe kommen und scheuen Sie sich nicht davor mit gestrecktem Arm und deutlichen Worten den gebührenden Abstand einzufordern. Das hilft Ihnen, nicht bestohlen zu werden und ist alles andere als unhöflich.

 

Gestohlenes Auto gekauft

Über eine bekannte Internetplattform für den An- und Verkauf von Fahrzeugen zahlte ein junger Mann viel Geld für ein Auto und stand am Ende ohne Fahrzeug da.

 

 

Er war auf das Angebot des Verkäufers eines Audi A6 mit relativ geringem Kilometerstand und 26.000 Euro Kaufpreis eingegangen. Kontakt zum Verkäufer fand er über eine im Internet angegebene Handynummer. Der Anbieter erklärte ihm, dass er geschäftlich in Frankreich zu tun habe und die Fahrzeugübergabe gern dort vornehmen würde. So geschah es dann auch. Der Interessent flog nach Montpellier, traf am Flughafen denPkw-Anbieter, übergab das Geld und erhielt dafür den Audi nebst Papieren. Sein Autobesitzerglück währte aber nur bis zu dem Tag, an dem er das Fahrzeug in Deutschland ummelden wollte. Die Erkenntnis, dass die Kennzeichen des Wagens in Deutschland und das Fahrzeug in Belgien gestohlen wurden, war bitter. Die Pechsträhne hielt an, denn auch die Fahrzeugpapiere erwiesen sich als gefälscht.

Mit ein bisschen mehr Sorgfalt hätte der Betrug verhindert werden können. Ein einfacher Blick auf die Fahrgestell- und Motornummer hätte dem Käufer verraten, dass beide nicht mit den Eintragungen im Kraftfahrzeugschein übereinstimmten.

Wollen Sie einen Gebrauchtwagen kaufen, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Automobilclubs bieten Checklisten für den Kauf von PKW an. Arbeiten Sie diese Listen beim Kauf ab.
  • Nehmen Sie eine vertraute Person mit Sachkenntnis zum Kauf mit und lassen Sie sich nicht durch das Äußere des Fahrzeuges täuschen.
  • Prüfen Sie alle Angaben des Fahrzeugbriefes am Fahrzeug nach.
  • Lessen Sie sich den letzten TÜV-Bericht zeigen. Häufig werden TÜV-Plaketten oder Eintragungen im Kfz-Schein gefälscht.
  • Bestehen Sie auf eine Probefahrt und lassen Sie sich alle zugesicherten Eigenschaften, wie Laufleistung oder Unfallfreiheit, im Kaufvertrag bestätigen.
  • Bezahlen Sie nur, wenn Fahrzeug, Kfz-Brief und Fahrzeugschein übergeben werden. Zeigen Sie vorher nicht Ihr Geld.
  • Prüfen Sie die Vollzähligkeit der Autoschlüssel, mit denen das Auto ab Werk ausgeliefert wurde.

 

 

Schnäppchenfalle im Internet

Ja, auch ich recherchiere im Internet, wenn ich einen bestimmten Gegenstand etwas günstiger erwerben möchte, als er in Geschäften meiner Region angeboten wird. Wenn das bei meinen nicht allzu zahlreichen Versuchen bisher immer gut gegangen ist, dann deshalb, weil ich mich vor der Abwicklung des Geschäfts so gut es ging abgesichert habe.

 

Das heißt, ich wickle zum Beispiel bei eBay die Zahlung grundsätzlich nur über ein Treuhandkonto ab. Per E-Mail oder telefonisch starte ich Fragen zum Zustand und zu Besonderheiten des Artikels und beim Kauf erkundige ich mich nach der Höhe des Lieferpreises und des Lieferdatums, sofern diese nicht angegeben sind. Das alles lasse ich mir per E-Mail bestätigen und dann geht das Geschäft los.

Zu umständlich, meinen Sie? Durchaus nicht, wenn ich daran denke, was eine ganze Reihe Internet-Einkäufer in letzter Zeit für böse Erfahrungen mit scheinbaren Schnäppchen-Angeboten gemacht haben. Die begehrte Ware, die durchweg für einen Geldbetrag unter zehn Euro zu haben war, wurde zwar pünktlich angeliefert, aber die Lieferung kostete teilweisedas Zehnfache des Einkaufspreises. Ein fiesesGeschäftsmodell. In diese Misere wird man ganz bewusst gebracht, denn die anbietende Firma ist verquicktmit meist exotischen, kaum bekannten Transportunternehmen. Der Mehrgewinn durch die hohen Transportkosten wird unter beiden aufgeteilt. Da keine Vereinbarung über den Lieferpreis getroffen wurde, hat man im Fall der Klage ganz schlechteKarten. Noch komplizierter ist es, wenn solche Geschäfte

mit einem Unternehmen mit Sitz im Ausland abgewickelt werden. Da gibt es einen großen »rechtsfreien Raum«, denn der Gerichtsstand ist in der Regel in dem Land, in dem das Versandunternehmen sitzt.

Alles klar? Bewahren Sie einen kühlen Kopf bei Internetkäufen und prüfen Sie Schnäppchen, die allzu verlockend klingen, bevor sie mehr zahlen als die bestellte Ware wert ist.

 

Das Paket für den Nachbarn

Wie steht es denn mit dem Verhältnis zu Ihrem Nachbarn. Bestens? Na das höre ich gern. Wenn das so ist, dann zeigt man sich auch schnell mal bereit, dem Mitmenschen aus der Wohnung nebenan einen Gefallen zu tun. Genau das wurde aber einigen Mietern zum Verhängnis.

 

 

Unter dem Vorwand für den Nachbarn ein Paket abgeben zu wollen, und dem nachfolgenden Wunsch einen Zettel schreiben zu dürfen, gelangte ein Mann in mehrere Wohnungen. In allen Fällen achtete er darauf, dass die Wohnungstür nicht geschlossen wurde und ging mit dem Bewohner in dessen Küche oder Wohnzimmer. Geschickt hängte er seinen Mantel an der Küchen- oder Wohnzimmertür so auf, dass ein Blick in den Flur unmöglich war. Während er die Wohnungseigentümer durch ein Gespräch ablenkte, betrat sein Komplize die Wohnung und durchsuchte die anderen Zimmer. Schmuck und Bargeld wechselten so unfreiwillig den Besitzer. Die Legenden dieser Trickdiebe wechseln ständig. Mal ist es die Bitte um einen Zettel, weil man dem Nachbarn eine wichtige Nachricht hinterlassen will oder ein Kuvert, in dem man Geld für ihn verstauen möchte. Andere täuschen eine Notsituation vor und bitten um ein Glas Wasser. Das Ziel ist immer das selbe. Die Diebe wollen in die Wohnung, um selbst etwas zu stehlen oder ihren Komplizen ermöglichen, sich unbemerkt zu bedienen.

Wenn bei Ihnen jemand mit dieser Bitte auftaucht, dann nehmen Sie das Paket, schließen Sie die Tür, suchen nach Papier und Bleistift und reichen es dem Unbekannten in den Flur.

Ich glaube der weiß dann vor Überraschung gar nicht so recht was er schreiben soll. Und keine Angst, echte Postboten haben selbst etwas zum Schreiben und kein Interesse daran, Sie bis in die Küche zu begleiten.

 

 

Der richtige Schließzylinder

Bohrgeräusche an seiner Wohnungstür alarmierten vor kurzem einen Magdeburger. Als er durch eine zweite Wohnungstür einen Blick in das Treppenhaus wagte, entdeckte er einen Mann, der sich mit einem Akkubohrer am Türschloss zu schaffen machte.

 

Der ertappte Einbrecher flüchtete. In zwei anderen Wohnungen hatte er davor offensichtlich Erfolg. Seine Masche ist das Aufbohren von Zylinderschlössern. Das gehört nicht zu den häufigsten Einbruchmethoden, kommt aber immer wieder einmal vor. Täter bohren den Zylinderkern, dort wo der Schlüssel hinein gesteckt wird auf oder setzen den Bohrer kurz darunter an und erreichen so, dass die Zuhaltungen nach unten fallen und die Tür sich dann leicht mit einem Schraubendreher öffnen lässt.

Das alles funktioniert nur, wenn im Schloss ein einfacher, nicht aufbohrgeschützter Zylinder steckt und/oder dieser nicht durch ein Schließblech mit Aufbohrschutz gesichert ist.

Sie sollten für die Tür zu Ihrer Wohnung oder dem Haus mindestens einen nach der DIN 18252 / DIN EN 1303, vom VdS (Verband der Sachversicherer) zertifizierten Profilzylinder der Sicherheitsstufe VdS-H (Home) verwenden. Neben einem erhöhten Schutz vor Nachschließen ist er mit einem gehärteten Stahlstift versehen, der  den Bohrer ablenkt oder ihn abbrechen lässt.

Zusätzlich zu einem qualitativ hochwertigen Schließzylinder bieten Beschläge, die den Profilzylinder und das Einsteckschloss vor mechanischen Manipulationen schützen, eine wirkungsvolle Sicherheit (DIN 18257). Ich empfehle Ihnen Beschläge mit einem Aufbohr- und einem Kernziehschutz ab mittlerer Einbruchhemmung (Klasse ES2-ZA) oder höher.

Die meist optisch als Erhöhung im Bereich des Schließzylinders zu erkennende Verstärkung durch eine gehärtete Stahlplatte lässt den Bohrer beim Aufbohrversuch nicht bis zum Profilzylinder vordringen. Die mit einem Schlitz versehene Metallscheibe unmittelbar vor dem Bereich, in den Sie den Schlüssel einführen, verhindert das gewaltsame Herausziehen des Zylinderkerns durch die Kernziehmethode (Selten angewandte Einbruchmethode, bei der eine gehärtete Schraube in den Zylinderkern getrieben und dieser mit mechanischen Hilfsmitteln gewaltsam heraus gezogen wird).

Alles verstanden? Es ist gar nicht so kompliziert, wie es sich anhört. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Vermieter über den Sicherheitsstandard Ihres Profilzylinders und des Beschlages oder, wenn Sie ein Eigenheim besitzen, fragen Sie beim Fachhändler nach einbruchhemmenden Schließzylindern und Beschlägen für Ihr Haus.

 

 

Vorsicht beim Parkscheinlösen

Gefahren lauern oft dort, wo man sie am wenigsten vermutet. Das Lösen von Parkscheinen für den PKW gehört für Autofahrer zur alltäglichen Routine, um so größer ist der Schreck, wenn man merkt, dass man in eine Falle getappt ist.

 

Genau diese Paarung trifft auf eine Tätergruppe zu, die in letzter Zeit die Parkplätze vor Supermärkten unsicher macht. Ihre Opfer sind meist Frauen, die ihren voll bepackten Einkaufswagen zielstrebig zu ihrem Pkw auf dem Parkplatz steuern. Die Täter, die meist zu zweit oder zu dritt handelnd, beobachten ihr potentielles Opfer genau. Interessant für sie sind Frauen, die das Fahrzeug aufschließen, ihre Handtasche oder das Portemonnaie auf dem Beifahrersitz ablegen und dann die Einkaufstüten im Kofferraum verstauen. Läuft das in genau dieser Reihenfolge ab, lenkt einer der Täter die Frau ab, indem er sie mit Fragen geschickt in ein Gespräch verwickelt. Meist wird nach dem Weg zu einer Tankstelle oder einem anderen Einkaufszentrum gefragt. Während die Befragten damit beschäftigt sind den Weg zu erklären oder auf einer vom Täter bereitgehaltenen Karte zu zeigen,  öffnet der Komplize leise die Fahrzeugtür und verschwindet mit der Handtasche. Manchmal bemerken die Opfer den Verlust der Tasche oder des Portemonnaies aus der Tasche erst, wenn sie zu Hause ankommen. Eine schmerzliche Erfahrung, die neben dem materiellen Schaden, der übrigens nicht von der Versicherung ersetzt wird, auch eine Menge Rennerei mit sich bringt, wenn EC-Karten, Führerschein und Personalausweis weg sind. Behalten Sie ihre Tasche immer bei sich, wenn Sie den Kofferraum beladen. Sollten Sie in solch einer Situation angesprochen werden, ist eine gesunde Portion Misstrauen angebracht.

 

Also; nicht ablenken lassen und wenn sie merken, dass Sie jemand bestehlen will, schlagen Sie Krach und vergessen Sie nicht sofort die Polizei anzurufen, denn Sie können mir glauben: wenn es bei Ihnen nicht geklappt hat, versuchen die Diebe es beim nächsten Opfer

 

 

 

 

Im nachfolgenden Bereich finden Sie eine Auflistung der Artikel vergangener Jahre und gelangen über den darunter befindlichen Button zu den einzelnen Beiträgen.

 

Artikel 2018

 

 

50. Manipulierte Geldautomaten

70. Kontaktbörse mit bösen Folgen

69. Trickdiebe auf Supermarktparkplätzen

68. Zur Geheimhaltung verpflichtet

67. Gefahr an der Wohnungstür

66. Betrugsmail von Online Pay

65. Mit Funk-Kreditkarte eingekauft

64. Erpressung per Mail

63 Trickdiebe in weißen Kitteln

62. Nepp mit Messern und Topfsets

61. Die Gewinnmitteilung aus Australien

60. Unverhofftes Lottoglück

59. Vorsicht Falschgeld

58. Vorsicht bei Lock- und Pinganrufen

57. Schlüsselcode gehackt

56. Falsche Spendensammler

55. Ihr Aktfoto online

54. Diebische Handwerker

53. Der richtige Fenstergriff

52. Der Feststellungs-Bescheid

51. Post von der Hellseherin

 

Artikel 2017

 

 

50. Manipulierte Geldautomaten

49. Betrugsmasche am Telefon

48. Das Konto für den Nebenjob

47. Vorsicht Handy-Nepp

46. Diebe im Fitnesstudio

45. Undercover-Agent

44. Der Anruf von der Telekom

43. Der große Lottogewinn

42. Trickdiebe auf der Autobahn

41. Betrügerische Wanderarbeiter

40. Der Staubsaugervertreter

39. Unverhofftes Lottoglück

38. Der Geldvermehrer

37 Der Geldwechseltrick

36. E-Mail über Steuerrückerstattung

35. Homejacking

34. Überzeichneter Verrechnungsscheck

33. Betrügerische Teppichhändler

32. Die Mail vom BKA

31. Die Masche mit der PIN

30. Betrug mit der Liebe im Netz

 

Artikel 2016

 

 

28. Taschendiebe in Aktion

27. Abzocke mit Behindertenware

26. Kleine Läden im Visier

25. Schlagen Sie Alarm

24. Und plötzlich war das Auto weg

23. Das Paket für den Nachbarn

22. Dachdeckerkolonnen zocken ab

21. Tatort Friedhof

20. Falschgeld im Umlauf

19. So sichern Sie Ihr Navi

18. Falsche Polizisten

17. Einschleichdiebe

16. Falscher Polizist am Telefon

15. Der Job als Verkaufsmanager

14. Der Trick mit dem Zentralen Gewerberegister

13. Betrügereien über falsche Onlineshops

12. Trickdiebe in der Wohnung

11. Kleine Spende großer Schaden

10. Diebstahl aus Einkaufswagen

9. Lautlos durch die Terrassentür

8. Abzocke über DHL-Packstationen

7. Einbrüche in Gartenlauben

6. Knallerei zum Jahreswechsel

5. Die Spendenfalle

4. Langfinger auf dem Weihnachtsmarkt

3. Kennzeichenklau

2. Verhängnisvolle Anrufe

1. Betrügerische Fahrzeuganbieter